Beflügelt, Berührt

Let’s Dance

Was ist das Leben. Das Leben ist ein Tänzer. In einem Tanz über den wir nicht entscheiden, dessen Rhythmus und Melodie nicht in unsere Macht fällt. Das Leben tanzt durch uns, es tanzt in uns. So machtlos wir in der Auswahl des Tanzes sind, so bewusst will ich ihn tanzen. Offen mich dem Rhythmus hingeben und entschlossen es zu genießen. 

Life is the dancer and you are the dance

Eckhart Tolle

Ich tanze. Man sagt mir nach sogar auf Tischen, hierzu fehlt mir die Erinnerung also negiere ich ein solches Verhalten. Bestimmt würde mir ein bisschen mehr Harmonie in der Bewegung und weniger “resting bitch face”, wenn es wer wagt sich mir leichten Tanzfußes zu nähern, guttun. Ich tanze alleine. Ich habe versucht mich führen zu lassen, ich drehte mich immer in die falsche Richtung. “you have to follow my hand”, sagte er. Da war es, das Problem. Wie im Tanz so im Leben: mich führen lassen. Er tanzte trotzdem weiter mit mir und wohlbemerkt: ich mit ihm.

Die letzten drei Monate zu Hause waren wie die Nadel, die die richtige Rille in der Platte nicht fand. Mittendrin, daneben, zu spät, zu früh. 

Mein Herz schlug im Afrobeat während es zu Bruch ging, meine Seele suchte halt in Woodstock Songs und mein Bewusstsein schwebte über all diesen Teilen von mir.


You have to find the path that got great and then walk out impeccably. In doing that, you again and again encounter your own uprightness, your own headache, your own falling flat on your face. 

Pema Chödrön

Ruhe, die unabdingbare Wahrhaftigkeit eines harten Bodens, ein Teppich weich gesaugt mit Tränen, Paare warmer Kinderhände, die begeistert Bücher zu mir zerrten und mich aufwirbelten mit ihren “Tante Diyani” und “Deeeeeeeeeee”, Freunde ein Bruder, zu denen neue Türen und Fenster der Tiefe und Deutlichkeit aufgestoßen wurden. Neue Freunde, die einer Stadt im schlechten Licht, neue Ausrichtung verleiht. 

Ich sortierte mich während das Leben tanzt und mir neue Wege aufzeigt und den Mut verpasst, Wünsche auszusprechen und gleichzeitig weiterhin jegliche Kontrolle aberkennt.

In der Burg, die ich mein Herz nenne, gingen Mauern zu Bruch und durch die Decke regnet es. Das Licht schlüpft durch das lockere Mauerwerk und irgendwo unter dem Schutt getrockneter Tränen, glitzert ein Schatz. 

Für einen Tanz schlüpf ich weiterhin gerne aus meinem Pyjama und trinke ein Corona (weil die Alternative wäre nüchtern oder ein Heineken).
Führenlassen, das klappt nicht, aber wer sich traut, darf gerne versuchen.

Mein Potpourri an schönen Dingen, gerne nachmachen und selbst erfahren: (in keiner speziellen Reihenfolge) 
Für gute Bücher: Haymon, liber Widerin
Being Alive 
Eine Neue Erde , Eckhart Tolle
The Wisdom of No Escape, Pema Chödrön 
The Good Immigrant  , Nikesh Shukla
Love, Toni Morrison
Mornings in Jenin,  Susan Abulhawa
A Long Way Gone, Ishmael Beah


The Tao of Winnie Pooh, Benjamin Hoff
Ein Dinner in Cool Run Inn
Taccos und Saturday Dinner in Little West Indies 
Für gute beats: djspragga, die neue von Peter Fox 
Für das Kind in dir: Disney’s Vaiana und sowieso und immer The Beauty and the Beast
Ein Bier Im Moustache um auch Tom Sallack zu genießen 
Eine Ausgabe FLOW
Abende mit Arlo Parks und Fatoumata Diawara
Sri-Lankan curries
Reichlich Aperol Spritz, aber nur mit Prosecco, zB in der Paninothek (ausgezeichnetes Service, lecker’ Fisch)
Frisches Sauerteigbrot von Moschen 
kleine Geschenke, weil Frau gönnt sich ja sonst nix und es hat immer wer Geburtstag: ‘s Fachl
ein mal sündigen ist erlaubt: Banane mit Nutella
Der Wörthersee 
Staunen darüber, dass man die Replik eines Kunstwerks, Klimts “Dame mit Fächer”, das für ohnmachtserregende (aufgerundet, weil um die letzten 400.000 is a scho wurscht) 100 Mio € versteigert wurde, im Schlafzimmer hängen hat. Kostenpunkt: 50€, unverkäuflich. Besuch aber gratis. 
“Shoppen” im eigenen Sammelsurium 
Sonnengelber Nagellack
Netflix (without chill) und Co: Never have I ever, Emergence, The Rookie, The Manifest, Atlanta, Lincoln Lawyer. 

My own bookstore

Ich reise ab. Im Gepäck habe ich bunte Blusen, bunte Polaroids, Erdbeermarmelade, Gummibärchen, rosa Birkenstock, ein Nilpferd, eine Haselnuss, mich als Legofigur. Im Gepäck habe ich viel Liebe, ein immer noch zu lautes Lachen, ein Herz, das wieder lieben will und Neugier auf diesen neuen Lebensabschnitt mit einer guten Prise Mut und dem Wissen das Richtige zu tun. 

3 thoughts on “Let’s Dance”

  1. Hallo!
    Als ich dich vor ein paar Tagen im Fernsehen gesehen habe, war ich 25 Jahre zurückversetzt – wir waren, wenn es deinen Namen nicht zweimal gibt, Brieffreundinnen – ein Wort aus der Vergangenheit..
    Deine Kraft, solche Einsätze zu meistern ist mehr als bewundernswert und ich wünsch dir die nötige Zeit und die richtigen Menschen um dich um mit dem Erlebten zurecht zu kommen! Alles Gute und weiterhin viel Energie und Kraft! lg Karin Rottermanner

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