Begegnungen

Ein jedes Jahr vergeht. Ein auf das andere Mal frage ich mich, was hast Du in den letzten 365 Tagen gelernt und was hast Du erreicht.

2016 ist das Jahr in dem ich über Begegnungen nachdenke. Über Begegnungen mit Menschen, die bereits eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen, über Begegnungen mit Patienten und über zufällige Begegnungen, die eine Veränderung in mir bewirken.
Nicht immer führen Begegnungen zu einer Freundschaft, einer Abneigung, Verbundenheit oder Mitgefühl, aber jede Begegnung hinterlässt eine Spur in uns. Oder viel mehr, sollte eine Spur hinterlassen. Denn wenn wir aufhören, Menschen an uns heranzulassen, verlieren wir die Fähigkeiten, wie Mitgefühl, Anteilnahme und Selbstlosigkeit zu empfinden.

May I know how to nourish the seeds of joy in myself every day
May I be able to live fresh, solid and free
May I be free from attachment and aversion, but not be indifferent (Hanh, Thich Nhat)
  1. die Verbundenheit mit Menschen in meinem Leben, die mein Rückhalt und Netz sind. Die Knoten, die ich mit euch knüpfte, wurden enger und bieten mir Boden, wo Treibsand ist. Trotz meiner Abwesenheiten, meinem Vagabunden-Dasein und meiner inneren Unruhe und Suche nach Mehr/Meer und Tiefe. Ihr seid der Grund, dass ich mich sicher fühle; egal, was ich angehe, in welches Schlamassel ich mich auch hinein manövriere und warum ich mich traue von euch wegzugehen um wo anders mein Glück zu finden. Eure Kritik an mir ist mein Kompass, eure Geduld meine Bank.
    Wenn ich etwas zurückgeben kann, dann bedingungslose Freundschaft und Liebe.
  2. die Arbeit mit meinen Patienten prägt mich jeden Tag, sie rühren mein Herz. Patienten, die einem Großteil der Welt ein Dorn im Auge sind, weil sie einem der Heuchelei und Doppelmoral entlarven. Sie auszugrenzen fällt einfacher, als das bisschen Herz zu finden liebenswürdig zu sein. Das Unbekannte lädt nicht mehr zu Offenheit ein, sondern zu voreiligen Schlüssen und individuellen Fakten. Vielleicht bin ich eine Träumerin, nein sicher sogar, denn ich möchte nicht meinen Beitrag zur Wohlstandsverwahrlosung und mittlerweile salonfähigen Ignoranz leisten.
  3. die Begegnungen mit Teflon-Menschen, Menschen, die den respektvollen Umgang verlernt haben. Die glauben, dass heutzutage sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen einen davor schützt Verantwortung zu übernehmen. Aber Begegnungen mit Menschen machen uns zu dem, was und wer wir sind. Diese Begegnungen halten uns den Spiegel vor, in den aber kaum noch wer sehen will, sonst würde die schmerzliche Erkenntnis einem die Laune verhageln, dass man zu Ich-bezogenen Trampeln entartet ist, dass es uns schwer bis unmöglich fällt, sich in die Situation anderer zu versetzen. Ich will das aber mit mir nicht machen lassen. Für mich selber und weil ich es Wert bin, gebe ich jeder dieser Begegnung, so kurz und nichtig sie auch erscheinen mögen, die Achtsamkeit, die allem gebührt. Ich lerne aus ihnen; ich erkenne mich besser in der Reflexion mit anderen. Ich weiß, dass in unserer Zeit Gefühle und Verletzlichkeit zu zeigen nicht mit dem Perfektionismus vereinbar ist, dem so viele hinterher rennen.

Jemandem zu sagen, dass man sie gern hat, ist ein Schuldbekenntnis, ist eine unnötige Zurschaustellung der eigenen Verwundbarkeit. Wir gehen alle nur noch auf Abstand, Abstand zu Neuem, zu Unbekanntem, zu Unkalkulierbarem. Unbemerkterweise nehmen wir aber damit auch Abstand zu uns selbst, zu all dem, was in uns lebt. Wir haben Angst vor dem Versagen und vor allem davor uns zu blamieren. Dabei ist es gar nicht schlimm sich zu blamieren. Es treibt uns an und gibt uns Sinn. Außer natürlich man sucht gar nicht nach Schwung und Antrieb, ist glücklich damit, sich selbst immer nur im bestmöglichen Licht darzustellen und allen Gelegenheit sich zum Narren zu machen aus dem Weg geht. Bedeutet aber auch, dass man nie wirklich jemanden an sich heran lässt. Denn nur dann laufen wir Gefahr uns zu blamieren, weil unser Herz sich daran beteiligt. Und wo sich das Herz erst einmal einmischt, ja da ist die Perfektion in großer Gefahr.tumblr_n75jstt50i1rqiomso2_r2_500


Meine Lehre aus dem Jahr 2016:
Scheiß auf die Perfektion. Ich selbst sein, mich trauen und mich erfahren. Meine Begeisterung für das Leben und die Menschen darin leben und atmen. Alle Menschen schätzen und respektieren, von Vorurteilen und dem Drang nach Vollkommenheit ablassen, denn es legt mich selbst nur in Ketten. Wir sind wie wir sind, voller Unebenheiten. Wir sind einander nie gleich, aber wer will das denn schon?

Die Farbenpracht unserer Unterschiede macht unsere Begegnungen doch so wundervoll.

love-relationship-teen-tumblr-favim-com-2933763

Understanding is the very foundation of Love (the five awarenesses)

Advertisements

Ich packe meine Koffer… 👜

image

Ich mach mich wieder auf den Weg.
Eine neue Stadt.
Ein neues Leben?
Ein Schritt weiter auf alle Fälle.

Zurückkommen und Ankommen aus dem Libanon, aus dem ersten Einsatz war nicht einfach. Eine Talfahrt voller Selbstzweifel und dunklen Wolken.
Mein stürmisches Herz war zum Stillstand gekommen. Wofür schlug es noch und würde es wieder so heftig sich mitreißen lassen?
Wann würde ich so erwachsen werden, Ruhe und Geduld zu zeigen um der Dinge zu harren, die noch kommen mögen?

Müde bin ich etwas von dem ewigen Hin und weg, dort und da, Orts-, Wohnungs- und Menschenwechsel. Den vielen Abschieden, Packen und Wandern.
Dann wieder ist es nicht das, was mich ausmacht?
Überall erfinde ich mich ein wenig neu, erkenne mich mehr und lebe und liebe ich mehr. Überall verliere ich ein wenig von meiner Angst, überall lass ich ein wenig von meinem Herz zurück.
Ich gestalte meine Umgebung ein auf das andere Mal neu, mal grün, mal pink. Das nächste mal wohl türkis mit einem Sprenkler Gold- ich fühl mich dekadent!

Ja, ich wandere wohl gern.
Gerne allein.
Lass mich gerne beim Versuch alleine einen Schrank aufzubauen erschlagen um dann stolz das Werk zu betrachten. 

image

Eine neue Stadt in der Heimat.
Innsbruck.
Du bist etwas beengend mit deinen Bergen um mich herum, deine Gipfel, die jeden Moment auf mich runter purzeln könnten.
Willst mich wohl davon überzeugen, dass das einzige Mittel gegen Platzangst ein Platz auf deinen Spitzen ist?
Ich und die Natur! Ich und wandern!
Auch nur weil mir Butterbrot so gut schmeckt!

Machs gut Wien..
War eine holprige Zeit. Mit all deinen Möglichkeiten warst du etwas zu viel.
Aber was hab ich für feine Menschen bei dir gefunden und behalten.

image

Ich übe schon mal den Tiroler Dialekt und mein Sprach- Chamäleon bekommt eine Farbe mehr und mein Deutsch wird sich für den einen oder anderen, der gerne meine Sprechweise kommentiert, noch “lustiger” anhören.

Illustration by http://designhouseofmoira.com

Hinter den sieben Bergen

… bei den ziemlichen alten Zwergen.

Vorbei an Rehen, Hasen, Füchsen, Pferdekoppeln und kleinen Ortschaften, die einem Zyniker Freude machen weil deren Namen auf “stadt” enden, bin ich am Weg zu einem Bewerbungsgespräch im Südosten Deutschlands, in der ehemaligen DDR.
Schwöre, ich habe einen Fuchs gesehen! Sein Blick sagte so viel wie “hoffentlich besucht du nur deine Oma oder ein Kloster.”
Ja, ich bekennendes Naturmädel war im Thüringer Nirgendwo gelandet.

Ich bin eben immer schon ein Sklave meiner Leidenschaften gewesen. Die Dermatologie ist meine berufliche große Liebe, für die begebe ich mich auch fernab des Schuss!
Dieser Schuss ist ca 1.5 Stunden von Würzburg entfernt und führt eben eine Dermatologie.

Nachts um 21:30 kam ich am Bahnhof an und fürchtete prompt am falschen Ort zu sein, es begegnete mir keine Menschenseele. Zum Glück hatte ich mich aus Faulheit direkt ins Hostel am Bahnhof eingemietet. Die abnehmenden Strahlen der Abendsonne war nicht vorteilhaft für die Stadt in Kombination mit einer beeindruckenden Stille, als ob es nachts um 3:00 sei.
Ich huschte zum Hostel und nach dreimaligem Eindrücken des Codes polterte der Schlüssel so laut ins Fach, dass ich bestimmt die Nachbarn geweckt habe. Einmal aber kurz umgeblickt, versöhnte ich mich, denn da war ja eh nix außer einem Altersheim. Wobei, wir alten Turnusärzte wissen ja, was für ein sensibles Spinnennetz der Schlaf im Alter ist. Ich hoffte aber, dass genug Halcion ausgeteilt wurde oder ich würde Gesprächsstoff am Frühstückstisch sein (“Habt ihr das gestern auch gehört?! Was das wohl war, hatten wir ja noch nie!!” “Achja, ja schlimm- ich sag es doch immer, die Welt geht zugrunde!”)
Mein Zimmerfenster ging auf den höchst attraktiven Busbahnhof, was mich komischerweise freute, denn ich würde doch bestimmt vom Morgentummult geweckt werden.
Irgendwer hat wohl die Stadt verzaubert, um 8:00 war noch immer mucksmäuschen still! Erst gegen 9:30 hörte ich paar Kinder!

Am Morgen saß ich bei einem Bäcker. Ich wurde hier ähnlich argwöhnisch beguckt wie der Touri, der nach WiFi fragt.(Oder das Phänomen Tourist an sich?)
Ob das meiner Hautfarbe oder meinem jugendlichen Äußeren geschuldet war, kann ich nicht sagen.
Das Durchschnittsalter ruhte (oder schnarchte) zwischen 55 und 75. Falls ich junge Menschen ausmachen konnte, dann schoben sie Babybauch oder Kinderwagen vor sich her.
Ich hätte schwören können, dass die Bedienung endlich ihre Seelenverwandte in mir gefunden zu haben glaubte, denn sie war auch “anders”. (Es könnte aber auch mein Wunschdenken gewesen sein.)

Um sich von der DDR Patina frei zu machen, hatte man vor Jahren begonnen im Norden der Stadt der DDR Architektur den Gar auszumachen und dem brain drain ein Ende zu setzen.
Ich sah keine Plattenbauten, aber dafür niedliche Fachwerkhäuser und die ewig dominate Kirche in dottergelb, hoch über der Fußgängerzone thronend. Einst existierte hier eine Philharmonie, fiel aber den Sparmaßnahmen zum Opfer. Wer braucht schon Kultur, nicht?

image

Hochoffiziell war ich zum Dinner beim UNHÖFLICHSTEN Chinesen ever!
Beim Eintritt schaute mich eine mittelalterliche Frau an und schrie, “das Korb!!” Ich sah sie entgeistert an und sie wiederholte wild einen Teller wischend “in Korb!”
Ich soll im Korb sitzen?! Nach drei Sekunden und die Möglichkeiten abwägend, hoffte ich, sie meinte den Schirm in meiner Hand. Noch immer hatte sie sich keinen Zentimeter bewegt, was wohl auch gut war.

Sie haute die Fragen raus, wie Kinnhacken!”Huhn oder Ente!!?? ”
Ihr rechter Hieb ” bitte schön!!!” hätte jeden Knigge-Experten an der Welt zweifeln lassen.
Ich war versucht mich zu entschuldigen (und eine Taekwondo Position einzunehmen,falls sie tatsächlich ausholen sollte), dass ich mich erdreiste ihre Fahrt in den Konkurs zu stören!
Ein wackliger dreibeiniger Tisch hätte in diesen verlassenen Lokal aus der Hölle völlig gelangt, nur verrückte Nicht-Einheimische können meinen, es nicht “to go ” haben zu wollen. Denn meine Bemerkung, ich wolle im Restaurant essen, quittierte sie mit einem “hmpf” und einem Nicken, das bedeutete “Schnepfe, jetzt muss ich wegen dir einen Teller waschen!”
Es zog mir ja fast die Schuhe aus, als sie sich bedankte! (und sorry Paps, Trinkgeld gab es keines!)
image

Einmal noch durch die unheimlich Unterführung (und das bereits bei Tageslicht, falls es die Mühsal der Unterdrückung durch die DDR widerspiegeln sollte, war es gut gelungen: rote Lampen, die ein unheimliches Glühen an die Graffitiwände warf und uneinsehbare Winkel luden nicht zum verweilen ein) durch, verkroch ich mich in meinem Bett und morgen geht es zurück in die geschäftige Zivilisation… Nach Velden!

Wer braucht eine Bahn, wenn man fliegen kann?

image

Neben der Spur.
So fühle ich mich seit ich zurück bin. Dann aber stellt sich die Frage, ob ich das nicht eh schon immer war? Ganz vernünftig betrachtet, habe ich es mir ja nie sehr einfach gemacht. Aber der Einsatz hat mich verändert.
Vogel-Strauss Taktik war noch nie so richtig meins, aber (ganz schön viele ABERs in meinem Leben, denn ganz ohne die Fürs und Widers abzuwägen geht es nicht. Ich mache mir vorher Gedanken um mich nachher nicht zu fragen, was zum Geier ich mir dabei gedacht habe!! Außer in Liebesdingen, da springe ich mit Begeisterung in die Breduille um am Ende erst zu weinen und dann zu lachen!) diese Methode hat sich nicht ohne Grund oft bewährt, denn nun habe ich meinen Kopf aus dem Sand gezogen und meine Sinne sind auf Daueranspruch! Ganz nach “Ich fühle, also bin ich.”

Was ist Leben und was ist ein normales?
Ob ich Angst habe, weil ich nie weiß, was morgen sein wird? Und wenn ich es wüsste, was ändert es?

Ich hatte mal einen Plan, da war ich 23, dachte den Mann fürs Leben sicher in Ketten gelegt zu haben und malte mir, meine Tochterrolle perfekt erfüllend, das Gemälde meines Lebens. Dann war ich auf einmal 29 und schaute erstmal blöd, als der Mann sich komischerweise in Ketten nicht so wohl fühlte und der Familienvan gegen die Wand gefahren in Rauch aufging. Und ich? Ja, ich musste mich mir selbst stellen:
Mit all meinen Fratzen, Gefühlen und Illusionen.
Ich war mir selbst fremde geworden. Oder ich habe mich nie wirklich gekannt.
Ich tippe auf letzteres.

Ein mal angefangen alles in Frage zu stellen, ist es schwer das anzuhalten. Wohin bloß mit mir?
Es sollte die lehrreichste Zeit meines Lebens werden.
Ich kann mich für vieles verrenken (einmal mehr der Beweis, dass ich so unsportlich gar nicht war), aber schlussendlich bin ich es mit den Rückenschmerzen. Mich für andere zu verbiegen, Erwartungen erfüllen um mir Liebe zu verdienen, sich am Riemen zu reißen um Perfektion vorzugaukeln, integrieren um mir mein Dasein verdient zu haben, nicht zu weinen, weil ich stark sein muss und nicht zu lachen, weil mein Lachen zu laut ist, das alles hat nur eines gebracht: 30 Jahre daran verschwendet zu haben mich anzupassen.

Mag schon sein, dass ich mit 33 wissen sollte, wie mein Leben aussehen soll aber das Problem ist ja, dass das eben nicht damit vereinbar ist, was als Normal gilt, wozu dann überhaupt damit anfangen?
Ich bin gerne neben der Spur. So sehe und spüre ich mehr von der Welt. So spüre ich mich besser, als je zuvor.
Ich wollte immer ein Zuhause haben, aufhören von einer Stadt in die nächste zu ziehen, ankommen und Wurzel schlagen.
Aber ich bin keine Pflanze. Heute fühlt es sich gut an, mich nicht festlegen zu müssen; die Vielfalt der Möglichkeiten ist keine Qual, wenn ich weiß, was und wie ich sein will.
Das Unbekannte ist nicht mehr beängstigend, weil es nur im ersten Augenblick fremd ist und dann tut sich ein neues Bilderbuch auf, voller beeindruckender und mehrdimensionaler Menschen und Momente.
Vielfalt bedeutet Variation und Abwechslung. Da gibts mich nicht nur in einer Version, ich kann mich neu erfahren wann immer ich etwas Neues angehe.
Ich muss nicht verharren in einer Idee von mir wenn es so viele Fassetten zu meiner Person gibt.
Je mehr ich mich sehe, desto treuer werde ich mir.

Das Gemälde meines Lebens ist eins von vielen Pfaden, Fußspuren, die mich begleitet haben, Abdrücken von Händen, die mich aufgefangen haben und unendlichem Himmel!

Photo by visual statements

Solo-Neujahrswalzer

Einunddreißig mal hat sich für mich das Jahr dem Ende geneigt, am Anfang recht unbewusst, in den jüngst zurückliegenden Jahren oft schmerzlich bewusst, und dabei hat sich mehr mein Leben geneigt und einen krummen Buckel davon getragen.
Die letzten Jahre war ich am Ende außer Atem, schwer geneigt dem bald auslaufenden Jahr einen Fußtritt zu verpassen.
Immer aber straffte ich meinen Buckel und dachte, es könne nur noch besser werden obwohl ich so viele Male auf die Nase flog, dass liegen bleiben sinnvoller erschien, als sich noch mal aufzurappeln und mit einem Schulterzucken das ganze noch mal anzugehen.

Wozu sich Vorsätze zusammenspinnen, wenn das Leben sein eigenes Skript hat, wozu etwas planen, wenn immer das Ungeplante eintrifft? Wozu über das “warum?” flennen, wenn die Antwort hässlicher ist als die Ungewissheit?
Wozu sich Gedanken um die innere Uhr machen, wenn ich die Zeit doch nicht anhalten kann?

image

Ich freue mich weder über das neue Jahr, weil alles beim alten bleiben wird, noch trauere ich um das, das seine letzten Atemzüge tut.

In diesem Jahr hat mir das Leben das Herz gebrochen und ich kann es nicht verzeihen. Diesmal sind die Teile an der Wucht meines Schmerzes zermalmt worden.
RESILIENZ.
Sei stark sagt die Resilienz. Was dich nicht umhaut, macht dich nur stärker.
Immer wieder zieh ich mich aus dem Schlamm in der Überzeugung, dass der Schmerz Teil der Erfahrung ist. Sie ist so wahrhaftig, wie die Liebe selbst und das eine kann ohne dem anderen nicht.

Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein. R.M.Rilke

Frei von Angst bin ich geworden.
Angst vor Verlust? Wenn ich mich doch nicht an dich fesseln kann?
Angst vor dem Tod? Wenn es doch unausweichlich ist?
Angst vor dem Versagen? Wenn ich doch nur gewinne, in dem ich gebe?
Angst vor dem Ungewissen? Wenn ich dem doch keine Fackel in die Hand geben kann, um mich nicht in die Irre zu führen?

Das Jahr 2015 ist Schmerz und Selbst-Aufgeräumtheit durch Selbst-Aufgabe und Neuanfang.
Ich werde neugieriger je mehr Schmerz mich trifft, ich wachse an meinem Versuch Grenzen nicht zu akzeptieren und ich gewinne an meinem Mut.
Es möge kommen, was wolle und möge sich meine Illusion von der Liebe nicht erfüllen, ich habe etwas gefunden, das mich hoffen und meinen Puls am rasen hält.

image

Ich werde ins Jahr 2016 gehen so wie ich es am liebsten mag: mit müdem Blick, zerstreutem Haar, mit einem unsicheren aber grenzenlos der Liebe vollen(und liebestollen) Herzen und einem Lächeln und mit
mit einem Rucksack zu den Füßen und dem Flugticket in der Hand.

Liebe ist (…) ein erhabener Anlass für den Einzelnen, zu reifen, in sich etwas zu werden, Welt zu werden, Welt zu werden für sich um eines anderen willen. R.M.Rilke

image

Quellen:
WordPorn (poem)
Facebook (dog photo)
DeedamitRucksack

Magisches Petra

7:30 fährt mich ein klimatisierter Bus von Amman nach Petra. Der Plan ist: aus dem Bus, Rucksack abwerfen und los marschieren.
Da aber mein Hotel, ein Zelt im Seven Wonders Bedouin Camp, zu weit weg ist, dass Visitor’s Center keine Gepäckaufbewahrung hat, riskiere ich T-shirt und Zahnpasta in dem ich meinen Rucksack in einem Souvenir Shop abstelle. Der Typ war mir nicht ganz geheuer, will den Deal, dass ich am nächsten Tag mit ihm Petra besichtige, mit einem Bussi besiegeln.
Oy, ich würde meinen Rucksack nie wiedersehen….

Die Aussicht auf eine frische Wäsche befreite Reise verdränge ich erfolgreich, zu groß die Aufregung, irgendwo würde ich schon Kleidung her bekommen.
Mein Guide, Mahmoud, ist ein sehr netter und zurückhaltender Guide, wie ich schnell feststelle. Nicht der Typ “ich setze an und rede in einer Tour durch sonst vergesse ich das Auswendig gelernte”.
Er zeigt mir natürliche Steinformationen, die wie Fische, Kamele und küssende Paare aussehen und erzählt mir von den Nabatheär und ihrer ausgeklügelten Wasserversorgung, Die Nabatheär waren ihrer Zeit weit voraus, was Wasserversorgung und Aufbereitung angeht, entlang der Felsen verlaufen Kanäl, die die ganze Ortschaft versorgt haben, alle paar hundert Meter findet sich eine halbe Meter tiefes Becken, das Sediment auffangen soll, ich Schlaumeier bin überzeugt, dass es zum bergen von Rubinen gedacht war. Wohl etwas zu viel Indiana Jones geschaut. Hier gibt es keine Schätze, nie gegeben. Auch finde ich den Heiligen Gral nicht.

Es gibt nur wenige Erlebnisse auf Reisen, die mich stumm vor Staunen sein lassen-ja ich habe eine Art und Weise kultiviert, die es mir erlaubt mit vollem Mund zu reden; das waren so weit der Taj Mahal und Angkor Wat (Ta Proohm im speziellen). Ich werde nie vergessen, was das für ein tolles Gefühl es war vor so was Wunder – Mächtigem zu stehen, das Menschenhand geschaffen hat. All das Romantisieren kann ich aber nicht nachempfinden (dabei bin ich eine der führenden Romantikerinnen!), wie etwa um vier Uhr morgens sei Angkor Wat in ein besonders einmaliges Lichtspiel getaucht – echt jetzt, um vier Uhr ist finster und selbst die Affen in Angkor Wat pennen noch! Das gleiche gilt für den Taj Mahal, von wegen das Abenrot färbe den Palast rosa. Wir saßen geschlagene vier Stunden im Park gegenüber, die Sonne ging unter, der Palast blieb wie er war. Manches ist in seiner Natürlichkeit schon überwältigend genug, da braucht es nicht diese Verzerrung, als ob man es sonst nicht in Erinnerung behalten könnte.
Das kann der Poesie und Literatur vorbehalten bleiben.
Genauso viele romantischen Geschichten gibt es über Petra, “a rose red city, half as old as time” (John William Burgons Gedicht über Petra ohne vorher dort gewesen zu sein, groß und bitter war seine Erkenntnis, als er Petra sah und in einem Brief fest hielt “there is nothing rosy about Petra” ) . Ja an manchen Stellen ist der Sandstein aufgrund des Eisens rötlich, mit viel Sättigung, Filter und Weichzeichner geht es als rosa durch.
Aber auch hier wieder, wozu? Wenn der Anblick der Siq, die sich ganz plötzlich in den weiten Platz vor des Khazne al-Firaun (Schatzhaus des Pharao) öffnet, einen nicht umhaut, dann hätte es den Blick auf eine Postkarte genügt.

Es ist ein ganz schönes Stück bis man zum Beginn der Siq gelangt.
image

von da an bin ich nur noch dabei über die Steine zu stolpern weil mein Blick gen Himmel gerichtet ist und fasziniert die Felsen betrachte, die sich zu einem runter neigen, kühlenden Schaden spenden und in eine andere Welt eintauchen lassen, dass ich ganz vergesse, was nach dem Siq wartet.
image

Während ich mich so durch die Siq staune, komme ich den eigentlichen Spektakel immer näher.
Mein Guide lässt mich die Wegseite wechseln und fragt mich, was ich sehe. Was soll ich denn sehen, frage ich zurück.
Und da… Zwischen den Felsvorsprüngen leuchtet ein Eck vom Schatzhaus durch! Leuchtet, weil die Sonne gerade den Platz überstrahlt. Ich hatte nicht zu viel erwartet.
image So fasziniert bin ich vom Anblick des Schatzhauses, dass ich dreimal hin gegangen bin um es zu genießen. Das letzte mal bei Nacht. Ich geniesse es in solchen Momenten für mich zu sein. Ich will nicht reden, sondern staunen, aber leider denken nicht alle so, manche schnattern von Anfang bis Ende durch und sind nur durch wiederholte Ermahnungen stumm zu kriegen, andere eilen um die ersten und schnell wieder zurück zu sein, dass diese die hypnotische Musik und die Erzählungen verpassen, die ein Bedouine uns im Lichtermeer, dass wie ein Teppich vor dem Schatzhaus liegt, erzählt während wir Schwarztee mit Salbei schlürfend am Boden sitzen. Alles ist still, eine Katzenfamilie schnurrt sich zwischen unseren Füßen ihren Weg durch und das Schatzhaus erhebt sich mächtig über uns von einem schwachen Schimmer der Lampions erleuchtet. Kein Foto könnte diese Atmosphäre aufnehmen, abgesehen davon, dass meine Kamera nur Dunkelheit erfasst. Das ist ein Bild für die Fantasie.

Nach dem ersten Tag in Petra kommt mir meine Entscheidung, wie ein Bedouine schlafen zu wollen, in dem Moment als eine schlechte vor, als ein zerbeulter Land Rover samt fünf Männern vor mir Halt macht und behauptet das Camp Taxi zu sein. Der, der mir das alles vorträgt, sieht aus wie all die anderen Bedouinen, die ich in Petra im Laufe des Tages getroffen habe: ( wie Jack Sparrow, ich dachte schon ich halluziniere) Kohl umrandete Augen, die dem Blick Tiefe und ein Geheimnis verleihen, ein locker um Kopf und Schulter geworfenen schwarzes Tuch, gut gestutzter Vollbart und ein breites Grinsen. Murat.
Murat überzeugt mich gar nicht, schon gar nicht als er “Enjoy guys” ruft und die Tür zu knallt.
Ok, ich mache die Tür auf, hole mein Handy raus und will die Inhaber anrufen. Murat tritt vor mich. Schaut mich mit seinen verrückt schönen Augen an und fragt “you don’t trust me? Jane is my aunt”, ich schau ihn groß an und frage, was das denn beweisen sollte, er kann ja mit allen verwandt sein. Er lacht, zückt sein Handy und reicht es mir. Ich, schon etwas wütend, erkläre, dass ich ein eigenes habe.
Nach mehrmaligen Versuchen und dem Lachen der Jungs im Hintergrund, erreiche ich Jane, sie bestätigt mir, dass ich keine Sorge zu haben brauche. Sie hat gut reden, ein Auto voller Männer, die mich in die Wüste fahren und keine Sorge haben?! Ich war noch immer nicht Indiana Jones.
Ich kralle meine Hand in den Fensterrahmen und versuche mir alle Weggabellungen zu merken, falls ich plötzlich aus dem Auto hechten müsste um davon zu laufen. Es hilft auch noch immer nicht, dass Murat mir eine Cola und noch eins seiner Lächeln anbietet.
Erst als wir, nach gefühlten zehn Stunden und mehreren Stoßgebeten, beim Camp anlangen, trau ich mich deutlich sichtbar aufzuatmen.
Wenn ich gedacht hatte, drei Stunden durch Petra würden mich erledigen, habe ich mich getäuscht. Ein Auto voller geheimnisvoller Bedouinen ist es.
Murat ist sofort zur Seite und von da an macht er sich nur mehr noch lustig über mich. Fragt mich, was ich denn für Horrorfilme gesehen hätte und ob er denn nicht vertrauensvoll rüber komme? Entschuldigung,nein. Ich bin noch immer hin und her gerissen zwischen vor ihm davon laufen oder mich in seinen Augen verlieren!
Wie stellen die das nur an??
Trotz aller Widrigkeiten verstehen Murat und ich uns gut, vor allem was das auf den Arm nehmen angeht (nachdem ich ihn immer wieder nach seinem Make up gefragt habe und er dabei die Stirn runzelt und erwidert “that is not make up, that’s coal” lache ich ihn aus “coal IS make up!” tatsächlich tragen sie es um sich vor dem Sand zu schützen. Ich bleibe aber auch bei meiner Theorie, dass es auch zur Verwirrung der Frauen gilt). Er schickt mich nämlich, kaum dass ich dem Kidnapping Versuch entkommen bin, auf einen Hügel, von dem aus der Sonnenuntergang schön zu beobachten sei und der Aufstieg sei “easy”.
Easy?! Das ist Klettern für Halsbrecherische. Ich schnaufe und zittere mich hinauf, wo bereits ein italienischer Gast auf mich wartet um mir hilfreich die Hand anzubieten, natürlich war ich zu stolz diese anzunehmen. Und was ist? Sonne war weg, ich sehe noch wie der rote Schimmer hinter den Hügeln verschwindet und ich könnte schwören, ich hörte die Sonne über mich lachen. Ich riskiere mein Leben zum zweiten Mal am selben Tag und dann das.
(Da ich hier liege und schreibe beweist, dass ich gut wieder runter gekommen bin, am Popo rutschend.) Dem Murat werde ich was erzählen! Als ob er es gerochen hätte, steht er vor mir als ich mir den Sand abklopfe und fragt “and, you liked it?”
Ich schaue ihn schief an und sage nur, dass er mich zum zweiten mal in Gefahr gebracht hat. Da lacht er und sagt, “oh I would have called helicopter for you”.

Am Abend werde ich des Chefs ansichtig. Da komme ich mir vor wie in 1001 Nacht (zumindest stelle ich mir das so vor). Eine Erscheinung in einem tief schwarzen Kaftan. Groß, gutaussend und (wieder) mysteriös. (am letzten Tag nimmt er mich in eine Umarmung und fragt, “you really mistrust my boys? ” (Murat, du Petze!))
Wenn die alle so schön sind, ist es kein Wunder, dass sich romantische Frauen für ein Leben in der Wüste entscheiden.
Nicht ich, auch wenn ich zugegeben in eine Depression verfallen bin als ich heute morgen den Camp und Petra verließ.

Das Camp ist voller interessanter Menschen, Mitarbeiter wie Gäste. Nicht nur Murat hat mich fasziniert (wie es unschwer zu lesen ist) sondern auch Rachel, eine amerikanische Ureinwohnerin unter den Bedouinen oder Gäste, die wie ich im Ausland arbeiten und Jordanien bereisen.
Wir verbringen die Abende mit süßen Tee am Lagerfeuer, reden, lachen und freuen uns wenn die Lampions an den Hügeln angehen und der Sternenhimmel sich über uns ausbreitet.
Jetzt bin ich am Roten Meer aber weit und breit keine Magie und Dunkle Prinzen mehr.

image

Salam Alaikum Amman

Seit einigen Stunden befinde ich mich im “Urlaub“ in Jordanien. Mein Kopf,überhaupt mein gesamtes System braucht dIese Zeit um nachzudenken, einwirken zu lassen und zu verdauen, was alles bis hierher geschehen ist.

Ich befinde mich mitten in der Altstadt von Amman. Hab mich in ein kleines Hotelchen eingebucht und genieße es mitten drin zu sein. Jetzt bin ich wieder Tourist.

Der Flair hier ist ein ganz anderer als in Libanon. Woran das liegt? Kann ich noch nicht sagen, eine Vermutung ist das hier weit mehr Ausländer zu beobachten sind. Und… man mag es nicht glauben, viele Srilankis! Ich muss glatt lachen und freute mich paar Fetzen Singhalesisch aufschnappen zu können. Die Dame sprach am Telefon, dass sie gerade was kaufen wolle.

Das Hotel Taxi holte mich vom Flughafen ab und auf der Fahrt versuchte ich beeindruckt dem völlig verzerrten Englisch und den Flirtversuchen des Fahrers zu entkommen. “I interest you Amman? Good Sri Lanka?” Irgendwann fragte er “what happen to you?“ Armer Kerl, ich runzelte die Stirn, lächelte und wiegte meinen Kopf, ich wollte auf keinen Fall nicken, wer weiß was er gemeint hatte und am Ende hätte ich eingewilligt ihn zu heiraten!

(Irgendwas muss an mir liegen, dass entweder die Käuze oder die alten Herren mit mir flirten. Gestern reichte mir ein adretter Herr in Beirut seine Visitenkarte, allein an dieser Geste lässt sich sein Alter schon schätzen.)

20151009_163754

In den ersten Stunden in Amman sass ich unter einem Himmel von bunten Regenschirmen und genoss Hummus und Fate.20151009_170006

Anschließend ließ ich mich von der Menge durch die King Faisal Street tragen. Ich ließ einfach alles auf mich wirken, die Leute, das Gewusel und die vielen Nationalitäten. Ich beobachte eine Jungsgruppe auf Skates, die versuchten sich an das Heck vorbeifahrender Taxis zu hängen, einer von den armen Wichten hatte nur einen skate am Fuß, am anderen trug er einen Flipflop. Fehlte ihm das Geld für den zweiten Skate oder war dass die Einstandsprüfung für die Skatesgang?

Das Leben in downton ist überschäumend! Wer Ruhe und Besinnlichkeit sucht, ist hier definitiv am Holzweg.
Es summt, es plärt arabische Musik, es schrillen die Hupen und es liegt der schwere süße Duft von Argileh, Zuckerrübensaft und billigen selbst-alchimierten Parfum in der Luft.

Platzangst und die Souks gehen nicht gut zusammen. Hier werden sämtliche Sinne benötigt um nicht den Fluss zu stören. Außer mir weiß jeder was er im Souk sucht, wer kommt denn in den Souk um Fotos zu machen und zu riechen?? Ich, von den tief hängenden bunten Stoffbahnen, die die engen Pfade in Farbe tauchen, von den Bananenstauden und den nackten Glühbirnen, die dem rot der Granatäpfel erst ihre sinnliche Wirkung geben. Es geht ein belebendee Duft von den Säcken voll Gewürzen aus, dass ich am liebsten überall meine Nase hineingesteckt hätte!
image

Die älteste Moschee (nicht mehr in der heutigen Version, diese besteht erst seit 1932), Al Husseini Mosque, Jordaniens steht im Zentrum dieses Trubels.
Ich habe das Glück nicht nur einen Blink hinein werfen zu dürfen sondern eine Führung von einem alten Schuldirektor zu bekommen. Ich war so weise, meinen Schal mitzunehmen um als Frau eintreten zu dürfen.
image

Das ist das zweite Mal, dass ich eine Moschee betrete, aber diese Pracht ist einmalig. Die Böden sind mit weichen grünen und roten Teppichen überzogen, in den Fenstern glitzern bunte Glasmosaike und goldene Lampen hängen von der Decke. An den Fensterbänken stehen ledergebundene Korane mit goldenem Aufdruck.
image

Innerhalb der Arkaden steht ein kleiner Pavillon in verschiedenen grün-und Blautönen, der einen Brunnen beschützt.
Es herrscht rege Geschäftigkeit, da nach dem gestrigen Freitagsgebet alles wieder auf Hochglanz gebracht wird.
Ich war erst sehr scheu, als Frau überhaupt um Einlass zu bitten, aber es waren alle sehr freundlich!
image

Die Moschee ist nur unweit entfernt vom Amphitheater, das einen beeindruckenden Blick über die Hügel Ammans erhaschen lässt.
Ich klettere meiner Fallangst trotzend die steilen Treppen hinauf um zu erfahren wie das ist so hoch oben zu sitzen. (Erinnerungen an Verona und die Freiluftoper kommen da auf)

image

Eben sitze ich auf der Terrasse des alten Eco Tourism Cafés mit Blick und Gehör über der King faisal Street direkt unter der srilankischen Flagge, (darunter die koreanische). Das Leben ist voller Zufälle.
image

Bevor ich mich meinem Mittagsschläfchen widme und mich auf indisches Curry freue, schnuppere ich noch in den Duke’s Diwan, einem alten Steinhaus. Das Haus ist ein architektonisch wunderschönes Haus, das den Augen ein bisschen wohl tut bei all den umgebenden Blockbauten, die an Lego-Häuser erinnern, aber nur nicht so bunt sind.
Diwan steht im Arabischen für jenen Teil des Hauses, der für Besucher offen steht.
image

Es sind kleine Räume, die ich durch türkis gestrichene Türbögen betrete und und voller Bücher und Kunstwerke sind.
image

Ich werde von Mohammed begrüßt, einem mittelalterlichen Mann, dessen Lächeln durch die vielen fehlenden Zähne einen schmunzeln lässt, er bereitet Tee für die Besucher vor aber außer mir trinkt keiner eine Tasse mit ihm. Er spricht zu mir über Jerusalem und Bethlehem, ich verstehe kaum was, aber ich sehe ihm an, dass es ihm an Gesprächspartnern mangelt. Er ist zeigt mir die Räume und erklärt im gebrochenen Englisch während er seinen lahmen rechten Arm hält.