Ich packe meine Koffer… 👜

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Ich mach mich wieder auf den Weg.
Eine neue Stadt.
Ein neues Leben?
Ein Schritt weiter auf alle Fälle.

Zurückkommen und Ankommen aus dem Libanon, aus dem ersten Einsatz war nicht einfach. Eine Talfahrt voller Selbstzweifel und dunklen Wolken.
Mein stürmisches Herz war zum Stillstand gekommen. Wofür schlug es noch und würde es wieder so heftig sich mitreißen lassen?
Wann würde ich so erwachsen werden, Ruhe und Geduld zu zeigen um der Dinge zu harren, die noch kommen mögen?

Müde bin ich etwas von dem ewigen Hin und weg, dort und da, Orts-, Wohnungs- und Menschenwechsel. Den vielen Abschieden, Packen und Wandern.
Dann wieder ist es nicht das, was mich ausmacht?
Überall erfinde ich mich ein wenig neu, erkenne mich mehr und lebe und liebe ich mehr. Überall verliere ich ein wenig von meiner Angst, überall lass ich ein wenig von meinem Herz zurück.
Ich gestalte meine Umgebung ein auf das andere Mal neu, mal grün, mal pink. Das nächste mal wohl türkis mit einem Sprenkler Gold- ich fühl mich dekadent!

Ja, ich wandere wohl gern.
Gerne allein.
Lass mich gerne beim Versuch alleine einen Schrank aufzubauen erschlagen um dann stolz das Werk zu betrachten. 

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Eine neue Stadt in der Heimat.
Innsbruck.
Du bist etwas beengend mit deinen Bergen um mich herum, deine Gipfel, die jeden Moment auf mich runter purzeln könnten.
Willst mich wohl davon überzeugen, dass das einzige Mittel gegen Platzangst ein Platz auf deinen Spitzen ist?
Ich und die Natur! Ich und wandern!
Auch nur weil mir Butterbrot so gut schmeckt!

Machs gut Wien..
War eine holprige Zeit. Mit all deinen Möglichkeiten warst du etwas zu viel.
Aber was hab ich für feine Menschen bei dir gefunden und behalten.

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Ich übe schon mal den Tiroler Dialekt und mein Sprach- Chamäleon bekommt eine Farbe mehr und mein Deutsch wird sich für den einen oder anderen, der gerne meine Sprechweise kommentiert, noch “lustiger” anhören.

Illustration by http://designhouseofmoira.com

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Hinter den sieben Bergen

… bei den ziemlichen alten Zwergen.

Vorbei an Rehen, Hasen, Füchsen, Pferdekoppeln und kleinen Ortschaften, die einem Zyniker Freude machen weil deren Namen auf “stadt” enden, bin ich am Weg zu einem Bewerbungsgespräch im Südosten Deutschlands, in der ehemaligen DDR.
Schwöre, ich habe einen Fuchs gesehen! Sein Blick sagte so viel wie “hoffentlich besucht du nur deine Oma oder ein Kloster.”
Ja, ich bekennendes Naturmädel war im Thüringer Nirgendwo gelandet.

Ich bin eben immer schon ein Sklave meiner Leidenschaften gewesen. Die Dermatologie ist meine berufliche große Liebe, für die begebe ich mich auch fernab des Schuss!
Dieser Schuss ist ca 1.5 Stunden von Würzburg entfernt und führt eben eine Dermatologie.

Nachts um 21:30 kam ich am Bahnhof an und fürchtete prompt am falschen Ort zu sein, es begegnete mir keine Menschenseele. Zum Glück hatte ich mich aus Faulheit direkt ins Hostel am Bahnhof eingemietet. Die abnehmenden Strahlen der Abendsonne war nicht vorteilhaft für die Stadt in Kombination mit einer beeindruckenden Stille, als ob es nachts um 3:00 sei.
Ich huschte zum Hostel und nach dreimaligem Eindrücken des Codes polterte der Schlüssel so laut ins Fach, dass ich bestimmt die Nachbarn geweckt habe. Einmal aber kurz umgeblickt, versöhnte ich mich, denn da war ja eh nix außer einem Altersheim. Wobei, wir alten Turnusärzte wissen ja, was für ein sensibles Spinnennetz der Schlaf im Alter ist. Ich hoffte aber, dass genug Halcion ausgeteilt wurde oder ich würde Gesprächsstoff am Frühstückstisch sein (“Habt ihr das gestern auch gehört?! Was das wohl war, hatten wir ja noch nie!!” “Achja, ja schlimm- ich sag es doch immer, die Welt geht zugrunde!”)
Mein Zimmerfenster ging auf den höchst attraktiven Busbahnhof, was mich komischerweise freute, denn ich würde doch bestimmt vom Morgentummult geweckt werden.
Irgendwer hat wohl die Stadt verzaubert, um 8:00 war noch immer mucksmäuschen still! Erst gegen 9:30 hörte ich paar Kinder!

Am Morgen saß ich bei einem Bäcker. Ich wurde hier ähnlich argwöhnisch beguckt wie der Touri, der nach WiFi fragt.(Oder das Phänomen Tourist an sich?)
Ob das meiner Hautfarbe oder meinem jugendlichen Äußeren geschuldet war, kann ich nicht sagen.
Das Durchschnittsalter ruhte (oder schnarchte) zwischen 55 und 75. Falls ich junge Menschen ausmachen konnte, dann schoben sie Babybauch oder Kinderwagen vor sich her.
Ich hätte schwören können, dass die Bedienung endlich ihre Seelenverwandte in mir gefunden zu haben glaubte, denn sie war auch “anders”. (Es könnte aber auch mein Wunschdenken gewesen sein.)

Um sich von der DDR Patina frei zu machen, hatte man vor Jahren begonnen im Norden der Stadt der DDR Architektur den Gar auszumachen und dem brain drain ein Ende zu setzen.
Ich sah keine Plattenbauten, aber dafür niedliche Fachwerkhäuser und die ewig dominate Kirche in dottergelb, hoch über der Fußgängerzone thronend. Einst existierte hier eine Philharmonie, fiel aber den Sparmaßnahmen zum Opfer. Wer braucht schon Kultur, nicht?

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Hochoffiziell war ich zum Dinner beim UNHÖFLICHSTEN Chinesen ever!
Beim Eintritt schaute mich eine mittelalterliche Frau an und schrie, “das Korb!!” Ich sah sie entgeistert an und sie wiederholte wild einen Teller wischend “in Korb!”
Ich soll im Korb sitzen?! Nach drei Sekunden und die Möglichkeiten abwägend, hoffte ich, sie meinte den Schirm in meiner Hand. Noch immer hatte sie sich keinen Zentimeter bewegt, was wohl auch gut war.

Sie haute die Fragen raus, wie Kinnhacken!”Huhn oder Ente!!?? ”
Ihr rechter Hieb ” bitte schön!!!” hätte jeden Knigge-Experten an der Welt zweifeln lassen.
Ich war versucht mich zu entschuldigen (und eine Taekwondo Position einzunehmen,falls sie tatsächlich ausholen sollte), dass ich mich erdreiste ihre Fahrt in den Konkurs zu stören!
Ein wackliger dreibeiniger Tisch hätte in diesen verlassenen Lokal aus der Hölle völlig gelangt, nur verrückte Nicht-Einheimische können meinen, es nicht “to go ” haben zu wollen. Denn meine Bemerkung, ich wolle im Restaurant essen, quittierte sie mit einem “hmpf” und einem Nicken, das bedeutete “Schnepfe, jetzt muss ich wegen dir einen Teller waschen!”
Es zog mir ja fast die Schuhe aus, als sie sich bedankte! (und sorry Paps, Trinkgeld gab es keines!)
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Einmal noch durch die unheimlich Unterführung (und das bereits bei Tageslicht, falls es die Mühsal der Unterdrückung durch die DDR widerspiegeln sollte, war es gut gelungen: rote Lampen, die ein unheimliches Glühen an die Graffitiwände warf und uneinsehbare Winkel luden nicht zum verweilen ein) durch, verkroch ich mich in meinem Bett und morgen geht es zurück in die geschäftige Zivilisation… Nach Velden!

Wer braucht eine Bahn, wenn man fliegen kann?

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Neben der Spur.
So fühle ich mich seit ich zurück bin. Dann aber stellt sich die Frage, ob ich das nicht eh schon immer war? Ganz vernünftig betrachtet, habe ich es mir ja nie sehr einfach gemacht. Aber der Einsatz hat mich verändert.
Vogel-Strauss Taktik war noch nie so richtig meins, aber (ganz schön viele ABERs in meinem Leben, denn ganz ohne die Fürs und Widers abzuwägen geht es nicht. Ich mache mir vorher Gedanken um mich nachher nicht zu fragen, was zum Geier ich mir dabei gedacht habe!! Außer in Liebesdingen, da springe ich mit Begeisterung in die Breduille um am Ende erst zu weinen und dann zu lachen!) diese Methode hat sich nicht ohne Grund oft bewährt, denn nun habe ich meinen Kopf aus dem Sand gezogen und meine Sinne sind auf Daueranspruch! Ganz nach “Ich fühle, also bin ich.”

Was ist Leben und was ist ein normales?
Ob ich Angst habe, weil ich nie weiß, was morgen sein wird? Und wenn ich es wüsste, was ändert es?

Ich hatte mal einen Plan, da war ich 23, dachte den Mann fürs Leben sicher in Ketten gelegt zu haben und malte mir, meine Tochterrolle perfekt erfüllend, das Gemälde meines Lebens. Dann war ich auf einmal 29 und schaute erstmal blöd, als der Mann sich komischerweise in Ketten nicht so wohl fühlte und der Familienvan gegen die Wand gefahren in Rauch aufging. Und ich? Ja, ich musste mich mir selbst stellen:
Mit all meinen Fratzen, Gefühlen und Illusionen.
Ich war mir selbst fremde geworden. Oder ich habe mich nie wirklich gekannt.
Ich tippe auf letzteres.

Ein mal angefangen alles in Frage zu stellen, ist es schwer das anzuhalten. Wohin bloß mit mir?
Es sollte die lehrreichste Zeit meines Lebens werden.
Ich kann mich für vieles verrenken (einmal mehr der Beweis, dass ich so unsportlich gar nicht war), aber schlussendlich bin ich es mit den Rückenschmerzen. Mich für andere zu verbiegen, Erwartungen erfüllen um mir Liebe zu verdienen, sich am Riemen zu reißen um Perfektion vorzugaukeln, integrieren um mir mein Dasein verdient zu haben, nicht zu weinen, weil ich stark sein muss und nicht zu lachen, weil mein Lachen zu laut ist, das alles hat nur eines gebracht: 30 Jahre daran verschwendet zu haben mich anzupassen.

Mag schon sein, dass ich mit 33 wissen sollte, wie mein Leben aussehen soll aber das Problem ist ja, dass das eben nicht damit vereinbar ist, was als Normal gilt, wozu dann überhaupt damit anfangen?
Ich bin gerne neben der Spur. So sehe und spüre ich mehr von der Welt. So spüre ich mich besser, als je zuvor.
Ich wollte immer ein Zuhause haben, aufhören von einer Stadt in die nächste zu ziehen, ankommen und Wurzel schlagen.
Aber ich bin keine Pflanze. Heute fühlt es sich gut an, mich nicht festlegen zu müssen; die Vielfalt der Möglichkeiten ist keine Qual, wenn ich weiß, was und wie ich sein will.
Das Unbekannte ist nicht mehr beängstigend, weil es nur im ersten Augenblick fremd ist und dann tut sich ein neues Bilderbuch auf, voller beeindruckender und mehrdimensionaler Menschen und Momente.
Vielfalt bedeutet Variation und Abwechslung. Da gibts mich nicht nur in einer Version, ich kann mich neu erfahren wann immer ich etwas Neues angehe.
Ich muss nicht verharren in einer Idee von mir wenn es so viele Fassetten zu meiner Person gibt.
Je mehr ich mich sehe, desto treuer werde ich mir.

Das Gemälde meines Lebens ist eins von vielen Pfaden, Fußspuren, die mich begleitet haben, Abdrücken von Händen, die mich aufgefangen haben und unendlichem Himmel!

Photo by visual statements

Magisches Petra

7:30 fährt mich ein klimatisierter Bus von Amman nach Petra. Der Plan ist: aus dem Bus, Rucksack abwerfen und los marschieren.
Da aber mein Hotel, ein Zelt im Seven Wonders Bedouin Camp, zu weit weg ist, dass Visitor’s Center keine Gepäckaufbewahrung hat, riskiere ich T-shirt und Zahnpasta in dem ich meinen Rucksack in einem Souvenir Shop abstelle. Der Typ war mir nicht ganz geheuer, will den Deal, dass ich am nächsten Tag mit ihm Petra besichtige, mit einem Bussi besiegeln.
Oy, ich würde meinen Rucksack nie wiedersehen….

Die Aussicht auf eine frische Wäsche befreite Reise verdränge ich erfolgreich, zu groß die Aufregung, irgendwo würde ich schon Kleidung her bekommen.
Mein Guide, Mahmoud, ist ein sehr netter und zurückhaltender Guide, wie ich schnell feststelle. Nicht der Typ “ich setze an und rede in einer Tour durch sonst vergesse ich das Auswendig gelernte”.
Er zeigt mir natürliche Steinformationen, die wie Fische, Kamele und küssende Paare aussehen und erzählt mir von den Nabatheär und ihrer ausgeklügelten Wasserversorgung, Die Nabatheär waren ihrer Zeit weit voraus, was Wasserversorgung und Aufbereitung angeht, entlang der Felsen verlaufen Kanäl, die die ganze Ortschaft versorgt haben, alle paar hundert Meter findet sich eine halbe Meter tiefes Becken, das Sediment auffangen soll, ich Schlaumeier bin überzeugt, dass es zum bergen von Rubinen gedacht war. Wohl etwas zu viel Indiana Jones geschaut. Hier gibt es keine Schätze, nie gegeben. Auch finde ich den Heiligen Gral nicht.

Es gibt nur wenige Erlebnisse auf Reisen, die mich stumm vor Staunen sein lassen-ja ich habe eine Art und Weise kultiviert, die es mir erlaubt mit vollem Mund zu reden; das waren so weit der Taj Mahal und Angkor Wat (Ta Proohm im speziellen). Ich werde nie vergessen, was das für ein tolles Gefühl es war vor so was Wunder – Mächtigem zu stehen, das Menschenhand geschaffen hat. All das Romantisieren kann ich aber nicht nachempfinden (dabei bin ich eine der führenden Romantikerinnen!), wie etwa um vier Uhr morgens sei Angkor Wat in ein besonders einmaliges Lichtspiel getaucht – echt jetzt, um vier Uhr ist finster und selbst die Affen in Angkor Wat pennen noch! Das gleiche gilt für den Taj Mahal, von wegen das Abenrot färbe den Palast rosa. Wir saßen geschlagene vier Stunden im Park gegenüber, die Sonne ging unter, der Palast blieb wie er war. Manches ist in seiner Natürlichkeit schon überwältigend genug, da braucht es nicht diese Verzerrung, als ob man es sonst nicht in Erinnerung behalten könnte.
Das kann der Poesie und Literatur vorbehalten bleiben.
Genauso viele romantischen Geschichten gibt es über Petra, “a rose red city, half as old as time” (John William Burgons Gedicht über Petra ohne vorher dort gewesen zu sein, groß und bitter war seine Erkenntnis, als er Petra sah und in einem Brief fest hielt “there is nothing rosy about Petra” ) . Ja an manchen Stellen ist der Sandstein aufgrund des Eisens rötlich, mit viel Sättigung, Filter und Weichzeichner geht es als rosa durch.
Aber auch hier wieder, wozu? Wenn der Anblick der Siq, die sich ganz plötzlich in den weiten Platz vor des Khazne al-Firaun (Schatzhaus des Pharao) öffnet, einen nicht umhaut, dann hätte es den Blick auf eine Postkarte genügt.

Es ist ein ganz schönes Stück bis man zum Beginn der Siq gelangt.
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von da an bin ich nur noch dabei über die Steine zu stolpern weil mein Blick gen Himmel gerichtet ist und fasziniert die Felsen betrachte, die sich zu einem runter neigen, kühlenden Schaden spenden und in eine andere Welt eintauchen lassen, dass ich ganz vergesse, was nach dem Siq wartet.
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Während ich mich so durch die Siq staune, komme ich den eigentlichen Spektakel immer näher.
Mein Guide lässt mich die Wegseite wechseln und fragt mich, was ich sehe. Was soll ich denn sehen, frage ich zurück.
Und da… Zwischen den Felsvorsprüngen leuchtet ein Eck vom Schatzhaus durch! Leuchtet, weil die Sonne gerade den Platz überstrahlt. Ich hatte nicht zu viel erwartet.
image So fasziniert bin ich vom Anblick des Schatzhauses, dass ich dreimal hin gegangen bin um es zu genießen. Das letzte mal bei Nacht. Ich geniesse es in solchen Momenten für mich zu sein. Ich will nicht reden, sondern staunen, aber leider denken nicht alle so, manche schnattern von Anfang bis Ende durch und sind nur durch wiederholte Ermahnungen stumm zu kriegen, andere eilen um die ersten und schnell wieder zurück zu sein, dass diese die hypnotische Musik und die Erzählungen verpassen, die ein Bedouine uns im Lichtermeer, dass wie ein Teppich vor dem Schatzhaus liegt, erzählt während wir Schwarztee mit Salbei schlürfend am Boden sitzen. Alles ist still, eine Katzenfamilie schnurrt sich zwischen unseren Füßen ihren Weg durch und das Schatzhaus erhebt sich mächtig über uns von einem schwachen Schimmer der Lampions erleuchtet. Kein Foto könnte diese Atmosphäre aufnehmen, abgesehen davon, dass meine Kamera nur Dunkelheit erfasst. Das ist ein Bild für die Fantasie.

Nach dem ersten Tag in Petra kommt mir meine Entscheidung, wie ein Bedouine schlafen zu wollen, in dem Moment als eine schlechte vor, als ein zerbeulter Land Rover samt fünf Männern vor mir Halt macht und behauptet das Camp Taxi zu sein. Der, der mir das alles vorträgt, sieht aus wie all die anderen Bedouinen, die ich in Petra im Laufe des Tages getroffen habe: ( wie Jack Sparrow, ich dachte schon ich halluziniere) Kohl umrandete Augen, die dem Blick Tiefe und ein Geheimnis verleihen, ein locker um Kopf und Schulter geworfenen schwarzes Tuch, gut gestutzter Vollbart und ein breites Grinsen. Murat.
Murat überzeugt mich gar nicht, schon gar nicht als er “Enjoy guys” ruft und die Tür zu knallt.
Ok, ich mache die Tür auf, hole mein Handy raus und will die Inhaber anrufen. Murat tritt vor mich. Schaut mich mit seinen verrückt schönen Augen an und fragt “you don’t trust me? Jane is my aunt”, ich schau ihn groß an und frage, was das denn beweisen sollte, er kann ja mit allen verwandt sein. Er lacht, zückt sein Handy und reicht es mir. Ich, schon etwas wütend, erkläre, dass ich ein eigenes habe.
Nach mehrmaligen Versuchen und dem Lachen der Jungs im Hintergrund, erreiche ich Jane, sie bestätigt mir, dass ich keine Sorge zu haben brauche. Sie hat gut reden, ein Auto voller Männer, die mich in die Wüste fahren und keine Sorge haben?! Ich war noch immer nicht Indiana Jones.
Ich kralle meine Hand in den Fensterrahmen und versuche mir alle Weggabellungen zu merken, falls ich plötzlich aus dem Auto hechten müsste um davon zu laufen. Es hilft auch noch immer nicht, dass Murat mir eine Cola und noch eins seiner Lächeln anbietet.
Erst als wir, nach gefühlten zehn Stunden und mehreren Stoßgebeten, beim Camp anlangen, trau ich mich deutlich sichtbar aufzuatmen.
Wenn ich gedacht hatte, drei Stunden durch Petra würden mich erledigen, habe ich mich getäuscht. Ein Auto voller geheimnisvoller Bedouinen ist es.
Murat ist sofort zur Seite und von da an macht er sich nur mehr noch lustig über mich. Fragt mich, was ich denn für Horrorfilme gesehen hätte und ob er denn nicht vertrauensvoll rüber komme? Entschuldigung,nein. Ich bin noch immer hin und her gerissen zwischen vor ihm davon laufen oder mich in seinen Augen verlieren!
Wie stellen die das nur an??
Trotz aller Widrigkeiten verstehen Murat und ich uns gut, vor allem was das auf den Arm nehmen angeht (nachdem ich ihn immer wieder nach seinem Make up gefragt habe und er dabei die Stirn runzelt und erwidert “that is not make up, that’s coal” lache ich ihn aus “coal IS make up!” tatsächlich tragen sie es um sich vor dem Sand zu schützen. Ich bleibe aber auch bei meiner Theorie, dass es auch zur Verwirrung der Frauen gilt). Er schickt mich nämlich, kaum dass ich dem Kidnapping Versuch entkommen bin, auf einen Hügel, von dem aus der Sonnenuntergang schön zu beobachten sei und der Aufstieg sei “easy”.
Easy?! Das ist Klettern für Halsbrecherische. Ich schnaufe und zittere mich hinauf, wo bereits ein italienischer Gast auf mich wartet um mir hilfreich die Hand anzubieten, natürlich war ich zu stolz diese anzunehmen. Und was ist? Sonne war weg, ich sehe noch wie der rote Schimmer hinter den Hügeln verschwindet und ich könnte schwören, ich hörte die Sonne über mich lachen. Ich riskiere mein Leben zum zweiten Mal am selben Tag und dann das.
(Da ich hier liege und schreibe beweist, dass ich gut wieder runter gekommen bin, am Popo rutschend.) Dem Murat werde ich was erzählen! Als ob er es gerochen hätte, steht er vor mir als ich mir den Sand abklopfe und fragt “and, you liked it?”
Ich schaue ihn schief an und sage nur, dass er mich zum zweiten mal in Gefahr gebracht hat. Da lacht er und sagt, “oh I would have called helicopter for you”.

Am Abend werde ich des Chefs ansichtig. Da komme ich mir vor wie in 1001 Nacht (zumindest stelle ich mir das so vor). Eine Erscheinung in einem tief schwarzen Kaftan. Groß, gutaussend und (wieder) mysteriös. (am letzten Tag nimmt er mich in eine Umarmung und fragt, “you really mistrust my boys? ” (Murat, du Petze!))
Wenn die alle so schön sind, ist es kein Wunder, dass sich romantische Frauen für ein Leben in der Wüste entscheiden.
Nicht ich, auch wenn ich zugegeben in eine Depression verfallen bin als ich heute morgen den Camp und Petra verließ.

Das Camp ist voller interessanter Menschen, Mitarbeiter wie Gäste. Nicht nur Murat hat mich fasziniert (wie es unschwer zu lesen ist) sondern auch Rachel, eine amerikanische Ureinwohnerin unter den Bedouinen oder Gäste, die wie ich im Ausland arbeiten und Jordanien bereisen.
Wir verbringen die Abende mit süßen Tee am Lagerfeuer, reden, lachen und freuen uns wenn die Lampions an den Hügeln angehen und der Sternenhimmel sich über uns ausbreitet.
Jetzt bin ich am Roten Meer aber weit und breit keine Magie und Dunkle Prinzen mehr.

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Salam Alaikum Amman

Seit einigen Stunden befinde ich mich im “Urlaub“ in Jordanien. Mein Kopf,überhaupt mein gesamtes System braucht dIese Zeit um nachzudenken, einwirken zu lassen und zu verdauen, was alles bis hierher geschehen ist.

Ich befinde mich mitten in der Altstadt von Amman. Hab mich in ein kleines Hotelchen eingebucht und genieße es mitten drin zu sein. Jetzt bin ich wieder Tourist.

Der Flair hier ist ein ganz anderer als in Libanon. Woran das liegt? Kann ich noch nicht sagen, eine Vermutung ist das hier weit mehr Ausländer zu beobachten sind. Und… man mag es nicht glauben, viele Srilankis! Ich muss glatt lachen und freute mich paar Fetzen Singhalesisch aufschnappen zu können. Die Dame sprach am Telefon, dass sie gerade was kaufen wolle.

Das Hotel Taxi holte mich vom Flughafen ab und auf der Fahrt versuchte ich beeindruckt dem völlig verzerrten Englisch und den Flirtversuchen des Fahrers zu entkommen. “I interest you Amman? Good Sri Lanka?” Irgendwann fragte er “what happen to you?“ Armer Kerl, ich runzelte die Stirn, lächelte und wiegte meinen Kopf, ich wollte auf keinen Fall nicken, wer weiß was er gemeint hatte und am Ende hätte ich eingewilligt ihn zu heiraten!

(Irgendwas muss an mir liegen, dass entweder die Käuze oder die alten Herren mit mir flirten. Gestern reichte mir ein adretter Herr in Beirut seine Visitenkarte, allein an dieser Geste lässt sich sein Alter schon schätzen.)

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In den ersten Stunden in Amman sass ich unter einem Himmel von bunten Regenschirmen und genoss Hummus und Fate.20151009_170006

Anschließend ließ ich mich von der Menge durch die King Faisal Street tragen. Ich ließ einfach alles auf mich wirken, die Leute, das Gewusel und die vielen Nationalitäten. Ich beobachte eine Jungsgruppe auf Skates, die versuchten sich an das Heck vorbeifahrender Taxis zu hängen, einer von den armen Wichten hatte nur einen skate am Fuß, am anderen trug er einen Flipflop. Fehlte ihm das Geld für den zweiten Skate oder war dass die Einstandsprüfung für die Skatesgang?

Das Leben in downton ist überschäumend! Wer Ruhe und Besinnlichkeit sucht, ist hier definitiv am Holzweg.
Es summt, es plärt arabische Musik, es schrillen die Hupen und es liegt der schwere süße Duft von Argileh, Zuckerrübensaft und billigen selbst-alchimierten Parfum in der Luft.

Platzangst und die Souks gehen nicht gut zusammen. Hier werden sämtliche Sinne benötigt um nicht den Fluss zu stören. Außer mir weiß jeder was er im Souk sucht, wer kommt denn in den Souk um Fotos zu machen und zu riechen?? Ich, von den tief hängenden bunten Stoffbahnen, die die engen Pfade in Farbe tauchen, von den Bananenstauden und den nackten Glühbirnen, die dem rot der Granatäpfel erst ihre sinnliche Wirkung geben. Es geht ein belebendee Duft von den Säcken voll Gewürzen aus, dass ich am liebsten überall meine Nase hineingesteckt hätte!
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Die älteste Moschee (nicht mehr in der heutigen Version, diese besteht erst seit 1932), Al Husseini Mosque, Jordaniens steht im Zentrum dieses Trubels.
Ich habe das Glück nicht nur einen Blink hinein werfen zu dürfen sondern eine Führung von einem alten Schuldirektor zu bekommen. Ich war so weise, meinen Schal mitzunehmen um als Frau eintreten zu dürfen.
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Das ist das zweite Mal, dass ich eine Moschee betrete, aber diese Pracht ist einmalig. Die Böden sind mit weichen grünen und roten Teppichen überzogen, in den Fenstern glitzern bunte Glasmosaike und goldene Lampen hängen von der Decke. An den Fensterbänken stehen ledergebundene Korane mit goldenem Aufdruck.
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Innerhalb der Arkaden steht ein kleiner Pavillon in verschiedenen grün-und Blautönen, der einen Brunnen beschützt.
Es herrscht rege Geschäftigkeit, da nach dem gestrigen Freitagsgebet alles wieder auf Hochglanz gebracht wird.
Ich war erst sehr scheu, als Frau überhaupt um Einlass zu bitten, aber es waren alle sehr freundlich!
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Die Moschee ist nur unweit entfernt vom Amphitheater, das einen beeindruckenden Blick über die Hügel Ammans erhaschen lässt.
Ich klettere meiner Fallangst trotzend die steilen Treppen hinauf um zu erfahren wie das ist so hoch oben zu sitzen. (Erinnerungen an Verona und die Freiluftoper kommen da auf)

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Eben sitze ich auf der Terrasse des alten Eco Tourism Cafés mit Blick und Gehör über der King faisal Street direkt unter der srilankischen Flagge, (darunter die koreanische). Das Leben ist voller Zufälle.
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Bevor ich mich meinem Mittagsschläfchen widme und mich auf indisches Curry freue, schnuppere ich noch in den Duke’s Diwan, einem alten Steinhaus. Das Haus ist ein architektonisch wunderschönes Haus, das den Augen ein bisschen wohl tut bei all den umgebenden Blockbauten, die an Lego-Häuser erinnern, aber nur nicht so bunt sind.
Diwan steht im Arabischen für jenen Teil des Hauses, der für Besucher offen steht.
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Es sind kleine Räume, die ich durch türkis gestrichene Türbögen betrete und und voller Bücher und Kunstwerke sind.
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Ich werde von Mohammed begrüßt, einem mittelalterlichen Mann, dessen Lächeln durch die vielen fehlenden Zähne einen schmunzeln lässt, er bereitet Tee für die Besucher vor aber außer mir trinkt keiner eine Tasse mit ihm. Er spricht zu mir über Jerusalem und Bethlehem, ich verstehe kaum was, aber ich sehe ihm an, dass es ihm an Gesprächspartnern mangelt. Er ist zeigt mir die Räume und erklärt im gebrochenen Englisch während er seinen lahmen rechten Arm hält.

My name is

Ich lese zur Zeit “The Namesake”(deutsch:” Der Namensvetter”) von Jhumpa Lahiri. Es erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen, der als Sohn indischer Migranten in den USA zur Welt kommt. Wie es halt so Brauch ist in Indien, wählt die Großmutter mütterlicherseits den Namen, aber Ende der 60er Jahre war ein Telefon in indischen Haushalten ein Luxusgut und so selten gesehen, also schickte die Großmutter den Namen per Post, vier Wochen vor der Geburt aber der Brief kam nie an.
Um das Krankenhaus verlassen zu dürfen musste eine Geburtsurkunde ausgestellt werden, dabei durfte das Feld für den Vornamen aber nicht leer stehen. So wählte der Vater kurzerhand “Gogol”, dies sollte der Kosename sein, der richtige stand im Brief, der verloren ging.

Ich bin noch mitten im Buch aber schon so hingerissen von den Parallen, die doch jedes Kind erlebt, dass zwischen zwei Kulturen aufwachsen muss.
Aber auch weil mich die Namensgebung an meine Familie und mich erinnert.
Ich habe fünf Namen, bei denen ich gerufen werde.

Diyani
Dhoni
Upeka
Dee
Ditsch

Diyani ist mein “richtiger” zur Identifikation in der Öffentlichkeit zunutzender Name.

Dhoni werde ich von allen in meiner Familie genannt, weil ich die Erstgeborene bin. Außer meiner Familie nennt mich sonst niemand so und darf auch nicht, damit assoziiere ich seit meiner Kindheit meine Familie.

Upeka ist mein zweiter Name, der nur in offiziellen Urkunden Erwähnung findet, aber meinem Vater wohl sehr am Herzen liegt, weil er mich früher allen seinen österreichischen Freund als Upeka vorgestellt hat. Die wussten lange überhaupt nicht, dass ich Diyani heiße. Unter anderem.

Dee war oder ist mein Spitzname unter meinen Freunden, den ich selbst kreiert und in Umlauf gebracht hatte als mir “Ditsch” zu albern wurde.
Zugegeben Ditsch ist ein Relikt und Dee verwenden nur noch wenige.

In Sri Lanka wählt man nicht einfach nach Lust und Laune den Namen für sein Kind, die Sternenkonstellation ist von entscheidender Bedeutung. Anhand derer den Eltern drei Buchstaben vermittelt werden. In meinem Fall waren es so ungünstige, dass kein Namen daraus zu bilden war. So wählte mein Vater “Diyani”, die altsinghalesische Bezeichnung für “Tochter”.
Mein Bruder heißt Kasun und das bedeutet Gold, nur so viel dazu. Ich bin die Tochter meines Vaters.

Als Jugendliche wollte ich wissen wieviele Menschen es gab, die den gleichen Namen trugen wie ich und durchforstete das Internet, damals noch mit Yahoo (vielleicht war das ja das Problem). Nil.

Mit Neiderfüllten Augen haben ich in Sri Lanka die Firmenschilder gelesen, in denen ich die Namen meiner Familie wiederfand, Gamini, Ajantha, Kasun. Corporation, Enterprises und Co. Aber kein Diyani Store.

Singhalesen, die der alten Sprache noch mächtig waren amüsierten sich über meinen Namen, manche glaubten glatt, ich wollte sie veralbern, wenn ich ihnen meinen Namen nannte. (was aber bei meiner Veranlagung zum Sarkasmus nicht weit hergeholt wäre, aber was meinen Namen anging war ich etwas sensibilisiert)
Paradoxerweise führte, dass ich nicht besonderen Wert darauf legte, wie man meinen Namen aussprach, abgesehen davon, dass mir das ewige Wiederholen und Vergleichen mit Diana auf den Keks ging. Man nannte mich DiJAnii , DijanA, Düiani, Deijani, oder gar “die Anni”(das schoß bisher den Vogel ab) aber nur die wenigsten sprechen ihn richtig aus: Dijeni (kurz auf allen Silben).

Upeka bedeutet Gleichmut und meine Eltern trugen sich wohl mit der eitlen Hoffnung, ich würde mich an dieses Gebot in Buddhismus halten. Aber ich bin nur selten gleichmütig, es erfordert einen ziemlichen Aufwand an Kraft, den ich bisher nur in seltenen Momenten als den Umstand wert empfunden hatte.

Name ist Identifikation, Identität und Selbstwahrnehmung.
Mit jedem der fünf Namen sind unterschiedliche Seiten an mir verknüpft.
Ich bin Dhoni akka für meinen Bruder, auch wenn der mich schon ewig nicht mehr so nennt außer er telefoniert mit der Mama- aber ich nenne ihn auch nicht Malli, und meine jüngeren Cousinen.
In Sri Lanka sind diese Beinamen von großer Wichtigkeit, sie zeugen von Respekt und Wertschätzung.
Akka bedeutet große Schwester
Malli kleiner Bruder
Ich durfte meine älteren Cousinen nie bloß bei ihrem Vornamen nennen, es musste immer ein Akka oder Ayya davor. Nur bei jüngeren durfte Nangi und Malli weggelassen werden.

Im Deutschen gibt es Tante, Onkel, Schwester und Bruder.
Im Singhalesischen gibt es viele Nuancen dazwischen.
Jeder in der Familie wird anhand dieses Codes chronologisch erfasst und zueinander in Beziehung gestellt.
Mein Vater, als Erstgeborener, ist der Lokku-Tatha oder Lokku-Ayya, die Tautologie unterstreicht nochmal seine Stellung in der Familie. Unanfechtbar.
Meine Mama ist Punchi, die Kleinste, weil sie die jüngste der drei Töchter ist.
Ihre älteste Schwester ist für mich Lokku-Amma, aber ich nenne sie versehentlich oft Nentha was ihrer Stellung als Erstgeborene natürlich überhaupt nicht gerecht wird. Aber diese vielen Beinamen verwirren meinen Bruder und mich, wie haben nie eine Ahnung, wer wie anzusprechen ist, so dass wir es zu vermeiden versuchen.
Als “Aunty” werden prinzipiell alle Freundinnen der Eltern oder irgendwelche anderen Frauen genannt, das gleiche gilt für “uncle”. Da familiäre Personen immer einen Code haben, führt das in Sri Lanka nie zu der Verwirrung, die es hier verursacht, weil wir jeden oder jede aunty und uncle nennen.

Wieviel trägt der eigene Name zur Selbstbildnis bei? Tut es mir schlecht, so viele Namen zu haben?
Er ist ein Teil meiner Eltern und ihrer Idee von mir.
Er gibt Orientierung. Ohne Namen würde mir ein Bezugspunkt zu mir fehlen, der Anker zu meiner Herkunft, was in meinem Fall zur Fantasie meines Vaters führt.

Ich bin Diyani und darin haben sich in den letzten 32 Jahren sehr viele Bilder gefesselt wie die bunten Glasperlen an den meterlangen Ketten, die ich als teenie in mehreren Schlingen um mein Handgelenk trug.
Bilder über wie ich sein will, im Kontrast zu den Erwartungen wie ich zu sein habe, Bilder über die Worte, die ich sprach und schrieb und für immer an mich erinnern, ob im guten oder schlechten Sinn. Bilder über die Strapazen, die meine Eltern mit mir erdulden müssen.
Das eine Bild aber, dass ich nämlich die Tochter meiner Eltern bin und bleibe, ist wohl das entscheidenste und so sehr ich meine Probleme mit der Kultur meiner Vorfahren habe, je älter ich werde, schätze ich diesen Zwiespalt, der mich aufbäumen und (ziemlich verzögert) rebellieren lässt.

DeedamitRucksack

12\12

Ein Artikel auf travelettes gab mir die Idee.
Eine fiktive Reise zu planen, wenn Geld keine Rolle spielt. Zwölf Länder oder Städte in zwölf Monaten.
Welche würde ich bereisen? Geld war für mich noch nie von großer Bedeutung, nicht im Sinne von luxuriösen Unterkünften und Transporten, lieber hab ich das Geld in gutes Essen investiert. Lieber bleibe ich zu Hause, als mich auf ein All-inclusive-wir waren in Thailand Urlaub machen einzulassen.
Solang ich noch kann, will ich einen authentischen Blick gewinnen. Wenn ich dann irgendwann mal einen Rollator brauche, überlege ich mir vielleicht in so einen Pflege-Urlaub zu fliegen. Also meine Liste.
Jänner Kenia wpid-640px-coat_of_arms_of_kenya.svg_.png

Kenia erscheint mir eine gute Idee um mir den Weg nach Afrika zu ebnen. Es ist auch ganz klar, was gemacht wird. Eine Safari in Laikipia County, bei der mir alle schönen Tiere begegnen werden, von Giraffen, die neugierig zu einem runter blicken, Löwen, die sich dem Wind durch die Mähne blasen lassenwpid-unnamed-6-jpg bis hin zu den lässig in den Ästen hängenden Leoparden! Abgerundet wird das, denn im Hotel schlafen kann ja jeder, mit einer Übernachtung unter freiem Himmelwpid-cymera_20141002_143258 Für den Adrenalinjunkie, für den ich ja sehr bekannt bin, ist eine Fahrt in einem Matatu unerlässlich! Zwar werde ich nach so einer abenteuerlichen Fahrt wohl frische Unterhosen brauchen, aber was wäre das Leben, wenn es nicht mindestens einmal riskiert wird? noch dazu zu Reggae Musik!wpid-cymera_20141002_142927 Kenia eignet sich übrigens auch sehr gut dazu, die restlichen Schilling los zu werden, von denen wir bestimmt noch paar rumkugeln haben! Wenn ich schnell genug laufen könnte, wäre ich schon davon, bis sie begreifen, dass es der falsche Schilling ist. (ich sollte doch wieder joggen beginnen) Februar Osttimor wpid-640px-coat_of_arms_of_east_timor-svg_

Osttimor, auf Tetum Timór Loro Sa’e bedeutet “das Timor der aufgehenden Sonne”, ist der östliche Teil der Insel Timor, welche zu Indonesien gehört.
Seit 2002 ist Osttimor ein von der UN anerkanntes unabhängiges Land. Touristisch befindet es sich in den Baby-Schuhen. Die Konkurrenz ist aber auch groß, so eingeklemmt zwischen Indonesien im Norden und Australien im Süden. Dafür kann man hier noch wirklich mit dem Land in Unverfälschtheit sein ohne (noch) ständig auf der Hut vor Gauklern zu sein.
Ich bin kein Freund davon Länder zu besuchen, die immer wieder von Unruhen und Kämpfen gerüttelt werden, aber Osttimor scheint sich in den letzten Jahren erholt zu haben und freue sich auf Reisende! Hier finden sich wunderschöne Strände, auf denen man sich nicht um Liegeplätze schlagen muss, es bedeutet aber auch, dass der chice Bikini getrost zu Hause bleiben kann, denn zum gesehen werden ist Osttimor bestimmt nicht die richtige Wahl. Die reiseerfahrene Frau wird auch so viel Weitsichtigkeit zeigen, dass sie einen Badeanzug trägt, nicht dass die sonst am Strand flanierenden Ochsen ein Trauma erleiden, wenn sie über einen blanken Busen stolpern und die Timorer es sich mit dem Willkommenheißen von Touristen anders überlegen!wpid-image-436117-galleryv9mobile-qzud1

Auch hier gibt es eine interessante Fortbewegungsmethode ob der fehlenden öffentlichen Transportmittel. Der Kipplaster, hop on hop off mal anders! Wer dafür ein still stehendes Fahrzeug braucht, ist ein Baby. Es ist gut darauf zu achten sich fest zu halten, sonst geht einem wohl mehr als nur ein Flip Flop verloren!wpid-image-436111-galleryv9mobile-txmu Das Land erlaubt es nicht nur, es zwingt einen dazu sich unabhängig im Land zu bewegen. Einen Jeep mieten und von Strand(von Norden bis Osten erstreckt sich ein Korallenriff) zu Berg zu Reisfeld fahren.wpid-image-263061-galleryv9mobile-zydk

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Waran in Sri Lanka

Warum ich nach Osttimor will? Na wegen der Timor Warane! In der Größe stinken sie zwar im Vergleich mit ihren Brüdern in Sri Lanka ab, aber dennoch, ein Waran! Während es zu Hause bei meiner Mutter in Kalutara noch dichten Wald um die Häuser herum gab, waren Warane Teil unserer Nachbarschaft. Auch wenn sie mir eine Heidenangst eingejagt haben, wenn sie bei Dämmerung unter den Palmen hervor kommen, pünktlich zur Uhrzeit wenn ich am Brunnen Zähne putzen musste!

März Chile

Chile ist DAS lateinamerikanische Land, das ich sehen will seit ich die ersten Seiten von “A Life in Sepia” von Isabel Allende gelesen habe. Auch wenn es nicht mehr viel davon gibt, aber ich möchte das alte Lateinamerika mit seiner wilden Geschichte seinen Farben und Düften erleben, so wie es erzählt!
Chile ist ja ein geographisches Sonderding, in die Länge gezogen wie ein Kaugummi, den ein Fußgänger versucht vom Schuh zu streifen, liegt es ganz an den westlichen Rand gedrückt am Kontinent! So wenig Platz wie es in der Breite hat so viel es hat es dafür in der Länge! Wäre ich Chile (ich weiß, ich kann kein ganzes Land sein) hätte ich unter dieser Beengung schon wieder Platzangst bekommen!
Abgesehen davon, dass ich eine once mit Madam Allende in Form von Tee und Kuchen einnehmen werde, möchte darüber hinaus meine Zehen in den Rio Blanco in der Provinz Palena tauchen:wpid-río_blanco.jpg.jpeg Und etwas ganz besonderes erwartet einen Chile Besucher, die Marmor Höhlen am General Carrera See an der Grenze zu Argentinien.Marble-Cave Diese Formation aus Tunnel, Höhlen und Säulen entstand über 6200 Jahre hinweg durch den unermüdlichen Gang der Wellen gegen die Wände. So reflektiert es in sanften Blautönen die Farbe des Sees, der diese Schönheit umgibt. Ich sehe mich schon, wie ich wild um mich schaue, mit einer für mich sehr untypischen Einsilbigkeit, nämlich nur einem “Ohhhhhh!”, und so das Boot, dem einzigen Mittel zu dieser Höhle zu kommen, gefährlich nahe des Kenterunfalls bringe. Aber wir werden ja bestimmt Schwimmwesten tragen und so hätte jeder zu berichten, sie hätten ein Bad in eiszeitlichem Gewässer genommen. Dank mir.
Das Essen in Chile verspricht auch genau nach meinem Geschmack zu sein, so gibt es Cazuela de Mariscos oder  Marina Fish Stew wpid-santiago-tourist-seafood-stew-cazuela-de-mariscos-marina-crab-legs-piernas-cangrejo-jaiba-e1413314573933.jpg

… Und zum Nachtisch ein Besuch in einen heladeriaswpid-cymera_20141016_224713.jpg

April San Francisco wpid-180px-san_francisco_seal.png

Ich war auch noch nie (die Liste entpuppt sich zunehmend als ein Maßstab für meine Reiseunerfahrenheit) im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die so unbegrenzt sind, dass die Gesetzgebung sich gezwungen fühlt sinnentleerte Gegenmaßnahmen, in der Form von irrwitzigen Gesetzen, zu ergreifen. Was sind es wohl für Möglichkeiten? Ich habe es noch nicht herausgefunden. Aber gut, ich will ja auch nicht vom Tellerwäscher zum Millionär werden. Aus Rücksicht auf meine Nägel! 💅

by Andrea Opietnik

by Andrea Opietnik

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by Leighton Wallis

Also, eine Freundin war erst kürzlich in San Francisco und war sehr begeistert, was mich darin bestärkte San Francisco für mich zum Tor zu den USA zu machen. Einzige Abschreckung sind die Hügel, was ist da drunter? Muss das sein? Kann das nicht weg?
Schritt 1 in San Francisco: Stammgast in den Cable Cars werden. Aber ich habe mir auch fest vorgenommen, ob der unmittelbaren Nähe zu viel Grün, wandern zu gehen ohne über das Wetter, die Steile, die Dauer, die Hitze, meine Schuhe, meine Knie, meine Füße, den Rucksack, die Mücken, das schwitzen, Durst, Hunger und Pippi-muss zu jammern. Versprochen.
Nachdem ich sämtliche must-sees, wie die Golden Gate Bridge, die Cannery, Fisherman’s Wharf, die Painted Ladies, City Hall etc., abgeklappert habe, nehme ich mir ein Boot zu Alcatraz um endlich “SE Rock!” (wer den Witz nicht versteht, hat einen essentiellen Face-balm Moment der deutschen Synchronisation verpasst) zu schreien!
Auch in San Francisco habe ich – zu all dem was es ohnehin zu bieten hat – was ganz Besonderes gefunden: am Alamo Square versteckt liegt ein Secret Shoe Garden, gestaltet von Obdachlosen. Ein verwunschener Garten mehr in meiner Sammlung!wpid-butterflys-are-free.jpg.jpeg

Mit der Napa Valley Wine Train geht es dann von einem 1/8 zum nächsten 1/8 Wein durch herrliche Landschaften.wpid-unnamed-2.jpg.jpeg

Wenn dann noch ein oder zwei Tage übrig sein sollten, statte ich dem Yosemite Nationalpark einen Besuch ab. Ich gehe auch paar Schritte!wpid-unnamed-8.jpg.jpeg

Mai Alaska Alaska-StateSeal.svg

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“the freshness, the freedom, the farness.”

Wenn es mir dann in Chile und San Francisco zu warm wurde, gönne ich mir eine Abkühlung in Alaska. Eine Reise dorthin bedarf zeitliches Fingerspitzengefühl, denn das Zeitfenster ist so winzig, dass es schon mal schnell verpasst werden kann: Mitte Mai bis Ende September.
Nie im Leben würde ich riskieren, dieses Fenster zu ignorieren, ich bräuchte einen Koffer allein für die Dinge, die mich warm halten sollen!
Ich habe ein Faible für Stille Orte (nicht DAS stille Örtchen!) und wo könnte ich mich mehr und schneller verlaufen als in Alaska? Ein Monat ist zwar etwas wenig Zeit für die größte Exklave der Erde, aber ich will ja keinen Stress haben!lodge

Ich würde mir eine Lodge nehmen und so die Vorzüge des Eigenbrödlertums genießen, ich werde es wohl nicht länger als eine Woche so völlig allein mit mir in der Natur aushalten ohne nicht mit der alaskischen Fauna Zwiegespräche zu führen. Aber vielleicht ist das ja meine Bestimmung? Die Grizzlybär Lady!bear

Mein Wunsch, seit ich Sandra Bullock in “The Proposal” gesehen habe, war es immer Sitka zu besuchen. Ich wurde aber wieder mal Opfer eines Illusion-Raubes, denn der Ort musste noch mehr retuschiert werden um genug Kitsch auszustrahlen (Hollywood at it best), so wurde dort und da ein Berg mehr hin gemalt als tatsächlich vorhanden ist. So wird es Talkeetna um ein bisschen Zivilisation und Alltag zu erleben.DSC_0062_edit

Juni Anguilla Coat_of_arms_of_Anguilla.svg

“Anguilla” bedeutet auf Spanisch “Aal” und gehört zu den Inseln über dem Winde (einfach weil das so poetisch ist und wieder wie die Faust aufs Aug zu mir passt, ist es Grund genug Anguilla zu besuchen), welche wiederum ein Teil der Kleinen Antillen sind, und liegt in der Karibik! Ich hab ja nicht viel Geduld für Politisches, vor allem weil ich beim Lesen (unbewusst!) dazu tendiere, die Zeilen nicht nur zu überfliegen sondern zu überSPRINGEN und dann versteh ich erstrecht nur Bahnhof, was meist bedeutet, dass ich mich wieder an den Anfang bemühe oder mich damit abfinde, nicht klüger geworden zu sein. Aber die politische Geschichte Anguilla ist eher simpel und zeugt doch von einer sich wiederholenden und über alle Kontinente reichenden Uneinigkeit darüber, was man denn nun wirklich will. Da ihre Erklärung der Unabhängig von Groß Britannien im Jahre 1969 von Mutter England nicht anerkannt wurde (sie erhielten hierfür sogar Unterstützung von österreichischer Seite durch den Ökonomen Leopold Kohr, welcher 1983 mit dem Right Livelihood Award, dem Alternativen Friedensnobelpreis, ausgezeichnet wurde), einigte man sich 11 Jahre später auf den Status British Dependent Territory. So kurzatmig ihre politischen Ambitionen waren, so unkreativ ist auch der Name der Hauptstadt, der lautet nämlich “The Valley”. Tja, da fällt nicht mal mehr mir ein Witz dazu ein!Anguilla_2614585b

Anguilla verspricht beinahe, oder jetzt noch (denn die Immobilienhaie sind ja immer mit flotter Sohle unterwegs und wollen überall ihre Klone von Resorts in den Sand setzen), unberührte Strände, die wohl kaum ein Herz kalt lassen. Ob ich einen Monat am Strand verbringen kann? Intuitiv würde ich sagen, “nein!”, aber ich bleibe offen, bei der Pracht an Wasser, Wellen, Sand und Essen kann auch ein Monat am Meer schnell umgehen. Schließlich befinde ich mich in der Karibik, es erwarten mich feinste Garifuna Musik, Kokosnüsse, prächtige Rasta und die herzliche Kultur!

meads bay

meads bay

Klarer Vorteil eines Monats am Meer: barfuß unterwegs sein! Abends beim Essen mit Blick auf einen Sonnenuntergang, der allen zu Hause ein “Ohhh!” auf die Lippen zaubert, genieße ich die Dekadenz des Seins!

Crocus Bay

Crocus Bay

608414Es gibt Bars und Restaurants, wie das Sunshine Shack, das am Rendezvous Bay gelegen ist und hoffentlich nicht nur was für Turteltauben ist! Abends ein Drink an der Elvis Bar, einem Boot, das in eine Bar verwandelt am Strand auf seine Gäste wartet! Auch auf Anguilla bin ich auf mich gestellt, wenn ich fortbewegt werden will. Taxis sind teuer und was anderes gibt es nicht, also muss ich mir wohl ein Auto mieten… Vorher würde ich wohl austesten, wie weit mich meine Füße um die Insel rumtragen. So schlimm kann das ja nicht sein und bestimmt gibt es viele nette Einheimische, die mich mitnehmen würden. Es gibt nämlich auch ein bisschen Sightseeing, das ich machen könnte, zum Beispiel das Historische Museum, welches einen Einblick in die Kolonialzeit gibt: etwa die Bestimmung, dass Fahrräder Nummernschilder tragen mussten (wäre bei manch einem Rowdy auf 2 Rädern bei uns auch keine dumme Überlegung) oder die Art  der Bestrafung für Kleinst-Vergehen, wie das Stehlen eines Schreibers, das waren damals 6 Hiebe.

Juli Die Moore von England

Die Moorlands Englands hatten immer schon eine Faszination auf mich ausgeübt, als Kind liebte ich die düstere Atmosphäre, den Nebel und das Geheimnisvolle. Meine Lieblingsbücher diesbezüglich waren “The Secret Garden” von Frances Hodgson Burnett und Enid Blytons “Famous Five”. Später war es dann natürlich Emily Brontë’s “Wuthering Heights”.

  • Lake District: im Nordwesten Englands (County of Cumbia) gelegen und gehört wohl zu bekanntesten Gebieten in Großbritannien. Ein erwähnenswerter Schriftsteller, der zu den Lake Poets gehörte, ist William Wordsworth. Hier steht der größte Fell (Hügel) Englands, Scafell Pike, und die tiefsten bzw. längsten Seen, Wastwater und Windermere.
Derwent Water

Derwent Water

Hier gibt es noch wilde Ponnies und den Coregonus vandesius, ein Fisch, der nur im Lake District heimisch sein soll. Die Tierart mit der höchsten Zahl, nämlich das rote Eichhörnchen, hat ob ihrer Dominanz sogar ein eigenes Straßenschild! Das Valley, in dem ich mich zurückziehen würde, ist das Duddon Valley2008 09 23  Duddon Valley  Scafell range from Walna Scar Road

  • Yorkshire: YORK-Steve-F-E-Cameron
    • Hier wurden die drei Brontë Schwestern geboren und es sind Teile von Haworth mit den Spitznahmen “Brontë County” benannt. Hier spielen nicht nur viele meiner Lieblinsromane, auch Folk Music und Bras Bands genießen einen hohen Stellewert! Dann gibt es natürlich den legendären Yorkshire Pudding, hat mich bisher zwar noch nie angesprochen, aber vielleicht muss ich dazu auch erst die richtig Luft atmen? Ist ja oft so, dass manches Essen einfach nur im Urlaub schmeckt.
Yorkshire Pudding mit Roastbeef

Yorkshire Pudding mit Roastbeef

Auf diesem Stein in den Ilkley Moors werde ich sitzen und mein Haar im Wind wehen lassen:

Ilkley Moor

Ilkley Moor

Rosedale in North York Moors National Park

Rosedale in North York Moors National Park

oder ich wandere zwischen Heidekraut und lass mir den englischen Regen ins Gesicht peitschen, denn das gehört auch dazu: Mieses Wetter, dunkle Gewitterwolken und schlechte Kleidung!

  • Die wohl populärste Stadt in Yorkshire ist York selbst, es hat eine imposante Kathedrale, von der aus sich ein wunderbarer Blick über die Stadt bietet. Das mittelalterliche York ist sehr gut erhalten geblieben und es ermöglicht ein schönes Flanieren entlang der 4km langen Stadtmauer. 4km sind mit ein paar Abstechern zu einer Tasse Tee und einem Scone bestimmt auch für mich machbar!York_Minster_West_towers_from_central_tower-MichaelMaggs Auch auf die Gefahr hin, dass ihr es langsam satt habt, von mir ständig auf irgendwelche Schriftsteller hingewiesen zu werden, ich kann nicht anders. So gibt es auch in York etwas, das ganz auf mich zugeschnitten ist: “The Shambles”, eine kleine (laut England dickens’sche) Straße unweit der Kathedrale, die mit ihren Fachwerkhäusern einen besonderen Charme hat. Die Fassaden hängen in die Straße hinein und schaffen einen Tunneleffekt, der- so auf den Bildern- für mich einen fiktiv-romantischen Eindruck erweckt. Der Name “Shambles” stammt daher, dass hier im 18.Jhd an die 25 Fleischer ihre Läden hatten und das Fleisch zur Schau stellten, heutzutage gibt es keinen einzigen “Butcher” mehr in den Shambles.p1369070344-3

August Lissabon 140px-Crest_of_Lisboa.svg

Alfama

Alfama

Was kann ich schon viel zu Lissabon sagen, was nicht schon bekannt ist? Ich könnte es bei dieser Zeile belassen und gleich weiterziehen nach Moldawien, aber ich will mir ein bisschen Mühe geben. (Die üblichen und typischen Sehenswürdigkeiten werden hier aber keine Erwähnung finden) Lissabon hat die Macht mich hinzureißen, so viel weiß ich jetzt schon. Eine Stadt, deren Straßen ein nicht mehr enden wollender Wellengang aus schwarz-weißem Marmor ist, kann mich nur begeistern. Da kommt man bestimmt schnell in Schwung!204003039_b5e88b1b83_z-605x453 Ich will mir die Saldanha Gegend mit ihrer Straßenkunst anschauen, wo sieht man sonst schon ein Krokodil an einer Hauswand? Da ich schließlich mehr als nur ein Wochenende in Lissabon habe, kann ich ganze Stadtteile genießen ohne mich abzuhetzen, so werde ich in Alfama Station machen und vielleicht mehr Portugiesisch aufschnappen als “Olá!”.Alfama-CCBY Abends auf ein Ginjinha (Kirschlikör, gar nicht meins, aber wenn es nicht schmeckt, geh ich über auf Portwein) in eine Bar in den Suburb of Bairo Alto. Dann gibt es da so feine Tartes im Pastéis de Belém, die ich mir natürlich nicht entgehen lassen kann! Für die tägliche Dosis gesunder Selbst-Ironie mache ich dann eine We-Hate-Tourism-Tour. Was da wohl auf einen für 25€ wartet? Eine Arbeit hätte ich für diese Zeit auch gefunden, natürlich würde ich das nicht des Geldes wegen machen! Ich werde einfach in der Praça da Figueira, Krankenhaus für Puppen und Teddy Bären, mithelfen! Beim nähen von Wunden kann mir keiner was vormachen!doll-hospital8

September Moldawien 100px-Coat_of_arms_of_Moldova.svg

Ein Staat, der so nah und doch so fern vom Schwarzen Meer liegt, weil es in alle Himmelsrichtungen, außer dem Westen, von der Ukraine umschlossen ist. Die Republik Moldau ist gerade mal 23 Jahre alt und Konflikte gibt es daher noch reichlich. Die Hauptstadt heißt Kischinau (hat das schon mal wer gehört?)
Den Osten von Europa bereise ich immer schon gerne, es ist etwas anderes. Ich weiß nicht, woran es liegt, das Europa, das ich kenne, hört dort auf bzw. ist gar nicht erst existent, ob das nur am Russischen liegt, was in der Luft schwebt? Oder weil ich den Osten immer gleich mit Kälte assoziiere? Da diese Liste ja rein intuitiv war, weiß ich heute nicht mehr, was ich mir damals zu Moldawien gedacht habe, denn die Bilder, die ich bisher gefunden habe, sind eher trostlos. Aber ich will nicht betrügen und bleibe dabei, alles und jedes hat seine Faszination! So vielleicht die Parcul Catedralei & Grădina Publică Ştefan cel Mare şi Sfînt, zwei Parkanlagen in Chisinau, die zum Spazierengehen einladen.chisinau_stefan_cel_mare_park Natürlich wird dem Pushkin Museum ein Besuch abgestattet. Pushkin hat 3 Jahre in Moldau im Exil verbracht und in dieser Zeit “Der Gefangene im Kaukasus” geschrieben. In Bendery findet sich eine imposante türkische Festung.Tighina-Fortress Meine Recherchen gestalten sich etwas schwierig…

Oktober Iran Emblem_of_Iran.svg

Ein Land der Rückschritte, wenn man mich nach einer Assoziation mit Iran fragen würde. Seit dem ich “Persepolis” gesehen habe, frage ich mich, wie die Menschen mit dieser erzwungen Rückständigkeit leben können? Was ist noch von dem Großreich “Persien” übrig, was von der Kultur erhalten geblieben? Wie weit geht dieser Schritt zurück noch?
Die altpersische Bedeutung von “Iran” ist “Land der Arier”. Die bei uns bekannte Bezeichnung “Persien” geht auf Pars zurück, dem Kernland der Achämeniden. Hier werden 77 Sprachen und Idiome gesprochen. Da Iran ein Gebirgsland ist, ist hier mit kühlen Temperaturen zu rechnen. Aber so schlimm wie Alaska wird es wohl hoffentlich nicht werden. Es herrscht hier vorwiegend ein arides Klima (ich musste selber nachsehen, was arid bedeutet: nämlich, wenn es in einem 30jährigen Mittelwert mehr Verdunstung als Niederschlag stattfindet, das Gegenteil zu humid). Der höchste Berg des Landes ist der Damavand mit 5604 m, ein gletscherbedeckter Vulkan.800px-Damavand_from_dizin

So gern ich würde, kann ich mich hier nicht zur Politik und zum Frauenrecht in Iran äußern, das würde zu weit gehen, aber es soll allen ein Anstoß sein, sich damit zu beschäftigen, wie Frauen im 21. Jhd. noch immer behandelt werden und keine Chance auf Schutz und Gerechtigkeit haben, solang Männer an der Macht sind, die eine so perfide Art der Gewaltausübung gefunden haben, dass alle, die sich gegen sie auflehnen, mit mehr als nur dem eigenen Tod bestraft werden. Ich weiß nicht, ob ich mich in diesem Land wohl fühlen würde, und dennoch treibt mich die Neugier dieses Land sehen zu wollen. Ich habe kein Problem damit ein Kopftuch zu tragen und mich zurückhaltend zu verhalten (ja, tatsächlich!).
Kulturell ist Iran ein Garten Eden! Literatur, Malerei, die Kunst des Teppichwebens! Ich werde nicht wissen, wo zuerst hinsehen! Anfangen möchte ich mit der Stadt Schiras und dort den Eram Garten besuchen640px-Eram_garden

In Schiras liegen die beiden berühmtesten Dichter Persiens, Hafis (1320 bis 1398) und Saadi (1184 bis 1282), begraben. Ein absolutes Highlight (so jetzt habe ich das Wort tatsächlich auch mal in den Mund genommen) ist die Nasir-al-mulk-Moschee. Ich bin sprachlos über die Schönheit! Ich war bisher noch in keiner Moschee und diese scheint mir wie ein

Traum aus 1001 Nacht!IMG11152174 Einfach nur atemberaubend schön! In Iran gibt es eine Vielzahl an Gärten, die ich mir allesamt nicht entgehen lassen kann! Wo fang ich bloß an??

Schāhzādeh Garten, Māhān, Kerman

Schāhzādeh Garten, Māhān, Kerman

November Niue Public_Seal_of_Niue.svg

Früher hieß die Insel “Savage Island”, wohl wegen ihrer isolierten Lage im Südpazifik.
Niue findet sich 2400km nördlich von Neuseeland. Geologisch gehört Niue zu eins der größten gehobenen Atollen und wurde durch zwei Erdbeben hochgeschoben. Weitere “Schluckaufs” sind nicht auszuschließen. Ich hoffe, die Einwohner wissen das auch und sind auf kleine oder große Rülpser vorbereitet. Wer weiß, was sich da noch so an die Meeresoberfläche arbeitet? Die für eine Insel typischen Strände gibt es hier nicht in der Menge, da die Küsten aus Höhlen und Schluchten bestehen, aber ich gehe davon aus, dass sich das eine oder andere Fleckchen findet um ins Wasser zu springen, oder soll ich mir dieses herrliche Blau nur anschauen?NiueSouthPacific

Der beste Strand für mich ist wohl der Hio Beach, der über eine Holztreppe zu erreichen ist und versteckt liegt.Entrance-to-Hio-Beach

Dann gibt es die schöne Avaiki Höhle, in der sich Hummer und Fledermäuse aufhalten niue-avaiki-pool-450x300

Da die Insel kein öffentliches Verkehrsnetz besitzt, ist man auf Auto oder Fahrrad angewiesen. Für 23 USD lässt man sich daher einen nieuischen Führerschein erstellen und braust in einer knappen 3/4 Stunde einmal um die Insel. Ich sollte endlich wieder Autofahren, meine Reiseziele sind viel zu isoliert oder klein, als dass ich da überall auf Bus und Bim hoffen kann! Aber was immer noch geht und auch auf Niue ist das Anhalten. So klein wie die Insel ist, werde ich da im Nu bekannt sein wie ein bunter Hund!
Niue scheint mir eine noch weniger touristisch erforschte Insel zu sein als Osttimor und hat dadurch noch mehr an Reiz gewonnen. Ich bin kein Fan von Insel-Hopping, allein der Begriff. Da ich so etwas wie “Lager-Koller” oder Platzangst nie beim Reisen erfahren habe, kann ich es mir gut vorstellen 4 Wochen eine winzige Insel bis in die letzten Ecken der Riffs zu erkunden!

Dezember Palau Seal_of_Palau.svg

Palau besteht genau genommen aus 356 Inseln, von denen nur 11 bewohnt sind. Das nenn ich mal “Verschwendung”! Die Inseln waren ursprünglich ein Korallenriff, das ähnliche wie Niue, durch Beben an die Oberfläche trat. Die größte Insel ist Babeldaob.palau-island

Palau sollte für jeden Taucher eine sehenswerte Destination sein. Weiterst ist es für seine “Jellyfisch Lake” bekannt, in dem geschnorchelt werden kann. Ist das nicht gefährlich, der See ist voller Quallen!?Jellyfish-Lake5


Ich habe lange an diesem Post geschrieben und meine Wanderlust stieg ins Unermessliche! Da musste ich etappenweise kurz eine Pause einlegen, sonst wäre mir die Sehnsucht über den Kopf gewachsen, das geht bei mir ja immer recht schnell. Das Jahr 2015 hat begonnen. In den seltenen Momenten der realistischen Sicht auf die Welt habe ich erkannt, dass diese Liste dieses Jahr nicht zu meistern sein wird, aber dennoch beginnt dieses Jahr sehr sehr vielversprechend: Ich fliege nach Sri Lanka. Ja, es ist “nur” Sri Lanka, aber das neue Jahr vom Himmel aus zu begrüßen, ist genau nach meinem Geschmack. Lasst euch anstecken von meinem Reisefieber! Ich wünsch Euch ein wundervolles, aufregendes und abenteuerreiches neues Jahr! CYMERA_20150101_122550[1]



Quellen Wappen Wikipedia Löwen Unter Sternen: dailymail.co.uk Löwen: http://www.kenia-safari-reisen.de Timor aus dem Fotoband “Australien und Osttimor von Farin Urlaub” Marble caves Río Blanco, Prov. Palena, Región de los Lagos: Wikipedia Secret shoe garden Napa Valley Wine Train Yosemite Nationalpark Alaska Fotos http://www.alaska.org/advice/must-see-in-alaska Katmai lodge http://www.katmailand.com/lodging/brooks.html Talkeetna AnguillaMeads Bay Scilly Cay Crocus Bay Sunset Derwent Water Duddon Valley Yorkshire Fotos: http://goo.gl/pAgSTT The Shambles Heidekraut Lissabon: http://goo.gl/24NZy6 Alfama: Wikipedia, http://goo.gl/jK9iN7 Chisinau Parks: Wikipedia Tighina Fortress Iran Fotos: Wikipedia Niue: Wikipedia, http://goo.gl/bHsqD0 Hio Beach: http://goo.gl/bx5Xg7 Avaiki Höhle Palau: http://goo.gl/sGxXCR, Jellyfish lake